22 Nov 2010

Der NABU setzt sich für die Wertstofftonne ein

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Das Recycling stößt in Deutschland derzeit an seine Grenzen. Hauptgrund dafür ist, dass nicht alle Wertstoffe aus dem Abfall der Verwertung zugeführt und stattdessen verbrannt werden. Der NABU setzt sich daher für die Einführung einer bundeseinheitlichen Wertstofftonne ab 2012 ein.

Unterstützt haben diese Forderung rund 3.000 Bundesbürger bei einer öffentlichen Petition, die derzeit vom Bundestag beraten wird. Der schwarz-gelbe Koalitionsvertrag setzt sich zwar die Wertstofftonne zum Ziel, lässt aber offen, wann es soweit sein soll. „Es kann aber nicht sein, dass der Gesetzgeber bundesweite Regelungen erst nach Abschluss der Überarbeitung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes im Jahr 2013 oder noch später formulieren will. Ein Ausbau des Recyclingsystems scheint derzeit unmöglich, weil die Regierungskoalition die Einführung einer Wertstofftonne auf die lange Bank schieb“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

„Mehr Recycling ist nur über eine getrennte Erfassung aller recyclingfähigen Wertstoffe machbar. Dazu muss das System zur Erfassung von Verkaufsverpackungen über den gelben Sack beziehungsweise die gelbe Tonne ersetzt oder umgestaltet werden, so dass zukünftig alle Kunststoffe, Metalle und sonstige recycelbare Materialien in der sogenannten Wertstofftonne gesammelt werden“, erläuterte NABU-Abfallexperte Benjamin Bongardt. Strohhalme gehörten beispielsweise zurzeit immer noch in die graue Restmülltonne, ihre Plastikverpackung hingegen in den gelben Sack. Obwohl beide Materialien sich sehr gut recyceln ließen, würden die Strohhalme in der Müllverbrennungsanlage vernichtet.

Derzeit kämpfen kommunale und private Unternehmen sogar vor Gericht um die Trägerschaft der Wertstofftonne, um die zu erwartenden Gewinne durch den Verkauf der gesammelten Wertstoffe einstreichen zu können. Auf die Idee, gemeinsam ihren Einfluss zur Einführung einer bundesweit einheitlichen Wertstofftonne zum Zwecke der Erhöhung der Recyclingquoten spielen zu lassen, kommen die gewichtigen Unternehmensverbände nicht. „Der Umwelt-, Ressourcen- und Klimaschutz bleibt so auf der Strecke. Ein trauriges Bild, was die ehemals so fortschrittliche deutsche Abfallwirtschaftspolitik im Herzen Europas abgibt“, so Bongardt.

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