23 Mrz 2011

Es gibt noch viel zu tun für Biomarken im Lebensmittelhandel und Drogerie

2 Kommentare Nachhaltiger Konsum Autor:

Der Umsatz von Biomarken im Lebensmittelhandel und Drogerie ist in den letzten Jahren rasant angestiegen. Immer mehr Produkte und Marken werden angeboten. In einer etwas älteren  Studie von „wertmarke hamburg“ aus dem Jahr 2007 wird von einer „Markenflut“ gesprochen. Es wurde untersucht, wie Biomarken von Kunden wahrgenommen werden. Folgende Kerngruppen wurden dabei identifiziert:

  • Bio-Pioniere: Oft mangelt es diesen Marken an Profil und Homogenität. Ihre Aussage ist oftmals ohne eindeutige Botschaft, das Erscheinungsbild mitunter altbacken. Die Unternehmen können viel, verkaufen sich jedoch unter Wert.
  • Biomarken: Hier ist eine klare Positionierung vorhanden, was vom Wettbewerb differenziert. Das Design ist sehr homogen. Diese Marken haben gute Chancen im Lebensmittelhandel und Drogerie.
  • Die breite Masse: Es mangelt an eindeutigen Strategien, Positionierungen und Designkonzepten. Wohlklingende Namen werden gewählt. Überfrachteten Verpackungen fehlt es an Wiedererkennungs- und Alleinstellungsmerkmalen.
  • Mainstream-Marken: Sie ähneln den Massenprodukten aus dem Einzelhandel oder Discountern. Ergänzt wird lediglich ein Bio-Siegel, das Glaubwürdigkeit erzeugen soll. Oftmals erscheinen die Produkte zu sauber, geleckt und glatt, so dass sie einfach mit den Massenprodukten verwechselt werden.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass es nur wenige Unternehmen geschafft haben, sich als eigenständige Biomarke zu positionieren. Sie kämpfen in einer hohen Wettbewerbssituation, verwenden austauschbare Designs und beliebige Botschaften.

Trifft dies heute immer noch zu?

Ich habe mir mal den Shop von AllesAnna.de angeschaut. Nach eigener Aussage handelt es sich um die größte Drogerie im Netz. In der Kategorie Bio Drogerie sind 1.530 Produkte zu finden. Eine große Auswahl und folglich großer Wettbewerb ist also gegeben. Es fallen einige bekannte Marken wie z.B. Weleda auf. Garnier schickt eine Zweitmarke namens „Garnier Naturkosmetik“ ins Rennen. Es ist jedoch festzustellen, dass die meisten Marken relativ unbekannt sind. Viele tragen das „Bio“ im Namen, beispielsweise Bioturm, Verival Bio, pro-bijo, Lebenswert Bio oder Neobio. Andere nutzen recht blumige Phantasienamen wir Zwergenwiese, Lebensbaum oder Herbaria. Eine stichprobenartige Betrachtung der Produktdesigns ergibt, dass Grüntöne und Erdfarben dominieren. Ansonsten sind wenige Unterschiede zu Nicht-Bioprodukten auszumachen.

Meine Kurzbetrachtung kommt zum selben Ergebnis wie die Studie von „wertmarke hamburg“. Die Differenzierung der Biomarken ist gering. Es werden keine neuen Wege eingeschlagen. An prägnanten Markenprofilen mangelt es. Ein „Bio“ im Markennamen eines Drogerie Produktes, ein grünes Logo oder erdfarbene Verpackung reichen nicht, um beim Kunden einen nachhaltigen Eindruck zu erzeugen. Wichtiger sind Themen wie Glaubwürdigkeit, nachhaltiges Handeln und Produktherkunft. Es gibt also noch viel zu tun für die Hersteller von Bioprodukten im Lebensmittelhandel und Drogerie!

Tags: ,
geschrieben von
The author didn‘t add any Information to his profile yet.

2 Kommentare zu “Es gibt noch viel zu tun für Biomarken im Lebensmittelhandel und Drogerie”

  1. Gero says:

    Gut gefuehrter Blog, gefaellt mir sehr gut. Auch interessante Themen.

  2. Biomarkenfreund says:

    Hallo!

    Ein positives Beispiel für eine etablierte Biomarke im Lebensmittelhandel und der Drogerie stellt Alnatura dar. Diese besitzen in größeren Städten eigene Supermärkte und ein kleiner Teil von deren Warensortiment wird im Drogeriemarkt DM verkauft.
    Nicht nur in der Lebensmittelbranche, sondern auch in der Kosmetikbranchen sind Biomarken auf dem Vormarsch. So wurde 2010 Alverde Naturkosemtik mit dem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet, die unter der Dachmarke DM vertrieben werden.
    Alnatura und Alverde haben sich aufgrund von Qualität und gutem Marketing auf dem Markt einen Namen gemacht.

    Gruß

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.