07 Mai 2011

Hat E10 eine positive Ökobilanz?

1 Kommentar Auto und Mobilität, Umwelt und Klima Autor:
Ökobilanz von E10

© Gabi Schoenemann / pixelio.de

Neben der Benzinpreisentwicklung und Verträglichkeitsdiskussion bestimmt vor allem die Ökobilanz von E10 die öffentliche Meinung zum neuen Biokraftstoff. Denn offizielles Kernziel der Einführung von E10 ist die Reduktion des CO2-Ausstoßes. Die nach Protesten erlassene Nachhaltigkeitsverordnung der Regierung verlangt, dass Biokraftstoffe gegenüber herkömmlichen fossilen Kraftstoffen mindestens 35% an CO2 einsparen müssen. Rein gesetzlich ist damit die Umweltbilanz von angebotenem E10 positiv, da mindestens 35% weniger CO2 ausgestoßen wird – zumindest rechtstheoretisch. Praktisch wird dies von vielen Umweltorginationen und Verbänden bezweifelt.

Der neue Biokraftstoff E10 unterscheidet sich nur durch 5% (Volumenprozent) mehr Bioethanol vom bisherigen Superbenzin, das bereits bis zu 5% Bioethanol beinhalten durfte. Die geforderten 35% müssten also von den maximal 5% mehr an Bioethanol herrühren. Dass dies praktisch eher fragwürdig ist, leuchtet auf den ersten Blick ein. Berechnungen des Umweltinstituts ergaben, dass maximal 3,5% CO2 dadurch eingespart werden können. Selbst dann könnte aber ein positiver Nutzen für die Umwelt bestehen. Letztlich kommt es daher auf die Ökobilanz von Bioethanol an.

Bioethanol kann aus mehreren Pflanzen gewonnen werden, in Deutschland vor allem aus Zuckerrüben und Weizen. Natürlich wird bei der Verbrennung von E10 auch CO2 frei, allerdings absobierten die Energiepflanzen während ihrer Wachstumsphase auf den Feldern bereits CO2, so dass sich diese Bilanz insoweit ausgleicht. Berücksichtigt man allerdings auch Anbau, Ernte und Verarbeitung dieser Energiepflanzen, ist eine positive Umweltbilanz bereits fragwürdig. Hauptargument von Umweltschützern und E10-Gegnern sind die so genannten indirekten Landnutzungsänderungen. Denn die Nahrungsmittelproduktion bleibt mindestens konstant, so dass für die neuen Energiepflanzen neue, zusätziche Anbauflächen erschlossen werden müssen. Hierfür werden vielfach für die CO2-Bilanz wichtige Flächen wie Wiesen oder Wälder geopfert. Dadurch verschlechtert sich die CO2-Bilanz von E10 umfassend betrachtet nochmals.

Natürlich streiten sich die Experten beider Lager über Umfang und Auswirkungen im Einzelnen. Klar wird aber allein an dieser Zusammenstellung, dass ein möglicher positiver Effekt für die Umwelt nicht groß sein kann. Insofern ist es doppelt schade, dass die Politik aus Imagegründen E10 so überhastet eingeführt hat. Bessere Prüfung, Vorbereitung und Information hätte viele Probleme erspart. Allerdings ist die Einführung von E10 im Kern keine nationale disponible Angelegenheit, sondern durch EU-Recht beschlossen und vorgeschrieben für alle Mitgliedstaaten.

Effizienter dürfte es daher sein, sparsamer zu fahren und sparsamere Autos zu bauen. Auch wenn die deutschen Autohersteller hier nach Ansicht vieler Experten zu wenig aktiv werden, die steigenden Benzinpreise sollten zumindest bewusstes, reduziertes Autofahren forcieren.


Vielen Dank an Robert Hartl von E10-Kraftstoff.de für diesen Gastbeitrag.

Tags: , , ,
geschrieben von
The author didn‘t add any Information to his profile yet.

Ein Kommentar zu “Hat E10 eine positive Ökobilanz?”

  1. Klaus Thime says:

    Weg mit diesem Pseudo- Öko- Mist! Das Zeug ist weder Öko noch Bio! Das ist nur eine Agrarbrühe mit 10 % Wasser. Ohne Nutzen für die Umwelt verteuert es Lebensmittel und Autofahren. Da hat die Agrarmafia eine zusätzliche Einname gefunden! Und Motoren, nicht nur Automotoren hat schon E5 genug zerstört. Bei dieser Gelegenheit kann E5 gleich mit verschwinden!!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.