13 Mai 2011

Ökostrom kann günstiger sein als die örtliche Grundversorgung

5 Kommentare Nachhaltiger Konsum, Umdenken und Mitmachen Autor:

Anlässlich der Atomkatastrophe in Fukushima hat sich in Deutschland eine Debatte über den Atomausstieg entwickelt, die jedoch noch nicht zu einem klaren Entschluss der Bundesregierung geführt hat. Dennoch ist nun ein guter Zeitpunkt für den persönlichen Atomausstieg in Form eines Wechsels zu Ökostrom. Doch viele Wechselwillige scheuen die höheren Kosten. Ist Ökostrom tatsächlich teurer?

Das unabhängige Verbraucherportal toptarif.de hat nun einen Vergleich der Stromanbieter durchgeführt. Dabei wurde ein jährlicher Stromverbrauch einer vierköpfigen Familie in Höhe von 4.000 kWh angenommen und die Stromkosten in den 100 größten deutschen Städten untersucht. Die lokalen Grundversorger und die jeweils drei günstigsten Ökostromanbieter mit den Qualitätssiegeln von Grüner Strom Label, ok-power und TÜV wurden verglichen.

Ökostrom kann günstiger sein als die örtliche Grundversorgung

Preise für Ökostrom im Vergleich in den 100 größten deutschen Städten (Quelle: toptarif.de)

Das Ergebnis ist, dass Kunden der Grundversorger viel sparen können. Nach Aussage der Bundesnetzagentur bezogen im Jahr 2010 ca. 45 Prozent der deutschen Haushalte Strom über die örtliche Grundversorgung. Dafür zahlt die vierköpfige Familie im gesetzlichen Basistarif durchschnittlich 1.023 Euro pro Jahr. Falls sich die Familie für einen Wahltarif des Grundversorgers entschieden hat, zahlt sie jährlich lediglich 946 Euro.

Deutlich günstiger wird es bei einem Wechsel zu Ökostrom mit einem TÜV-Siegel. Die Kosten der jeweils drei günstigsten Anbieter lagen bei durchschnittlich 835 Euro pro Jahr. Also ca. 188 Euro Ersparnis gegenüber dem Basistarif und ca. 111 Euro gegenüber dem Wahltarif der örtlichen Grundversorgung. Wie das Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST rausgefunden hat, ist Ökostrom nicht immer ökologisch. Auch toptarif.de weist darauf hin, dass das TÜV-Siegel nicht einem einheitlichen Kriterienkatalog unterliegt und die Mindeststandards sehr moderat sind. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Anbieter mit dem TÜV-Siegel schmutzigen Strom herstellen.

Die Qualitätssiegel von Grüner Strom Label und ok-power geben wesentlich höhere Anforderungen vor und werden von Experten und Verbraucherschützern häufiger empfohlen. Die jeweils günstigsten Angebote mit einem ok-power Label kosten im Durchschnitt 911 Euro im Jahr. Die Kosten beim Anbieter mit dem Grüner Strom Label belaufen sich auf 987 Euro. So kann man 112 Euro (ok-power) bzw. 36 Euro (Grüner Strom Label) gegenüber dem Basistarif des Grundversorgers sparen. In 78 der 100 untersuchten Städte ist der Ökostrom mit dem ok-power Label auch günstiger, wenn man ihn mit dem Wahltarif des Grundversorgers vergleicht. Bei Strom mit dem Grüner Strom Label jedoch nur in 26 Prozent der Fälle.

Das Fazit ist also, dass Ökostrom durchaus günstiger als die Grundversorgung sein kann. Beim Wechsel tut man also nicht nur etwas für den Geldbeutel, sondern auch für die Umwelt und das gute Gewissen.

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5 Kommentare zu “Ökostrom kann günstiger sein als die örtliche Grundversorgung”

  1. Steffen says:

    Tolle Informationen! Ich werde mich damit mal genauer auseinander setzen! Warte auf die naechsten Posts!

  2. Anke says:

    Stimmt genau. Auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass Ökostrom günstiger sein kann.

    Wenn man zusätzlich dafür sorgen möchte, dass in neue saubere Kraftwerke investiert wird, sollte man zu einem der vier großen Ökostromkonzerne wecheln: Lichtblick, Naturstrom, Greenpeace Energy oder Elektrizitätswerke Schönau. Diese bieten auf ihren Internetseiten Preisrechner an, mit deren Hilfe man bequem die einzelnen Tarife vergleichen kann.

  3. Die zehn günstigsten Ökostrom-Tarife says:

    […] zwei Wochen habe ich bereits über Ökostrom geschrieben. Es ging darum, welche Unterschiede es zwischen den Qualitätssiegeln Grüner Strom […]

  4. Hanno says:

    Also stimmt es, dass uns Stromanbieter vorgaukeln Ökostrom zu verkaufen, Menschen die umweltbewusst leben wollen diese Verträge bevorzugt eingehen und TÜV die ökologische Nachhaltigkeit mit einem Siegel fälscht? Also schwer anklagend würde ich sagen trifft meine Aussage zu. Doch warten wir mal ab bis alle Meiler abgeschaltet sind, die erneuerbaren Energie noch nicht für private Haushalte und Industrie reicht und wir Strom importieren müssen. Über die Preise bin ich mal gespannt! (sehr verallgemeinert aber sicherlich einer Disskussion hinzuzufügen)
    Grüße Hanno

  5. Strom und Gas von 123energie: Erfahrungsberichte und Anbieterbewertungen | 123energie Blog says:

    […] des Wechselprozesses ist die Energieversorgung im Zweifelsfall über den örtlichen Grundversorger gesichert. So muss niemand jemals im Dunkel […]

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