21 Okt 2011

So schätzen Verbraucher ihren Einfluss auf Lebensmittelqualität ein

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Dioxine in Eiern, EHEC in Sprossen, Wiesenhof-Hähnchen… Immer häufiger steht die Qualität von Lebensmitteln im Mittelpunkt öffentlicher Debatten. Erst vor Kurzem hat Ernährungsministerin Ilse Aigner das neue Portal „Lebensmittelklarheit“ präsentiert. Bürger und Bürgerinnen können sich hier über Produkte informieren und über Hersteller beschweren. Mit der Frage, inwieweit sich Verbraucher für bessere Lebensmittelqualität einsetzen, hat sich nun das SGS Institut Fresenius beschäftigt.

In der „SGS Institut Fresenius Verbraucherstudie 2011: Lebensmittelqualität & Verbrauchermacht“ wurde festgestellt, dass sich 71% der Verbraucher darüber im Klaren sind, dass sie selbst eine der wichtigsten Organe sind, um für bessere Qualität von Lebensmitteln zu sorgen. 73% räumen ein, dass staatliche Kontrollbehörden – wie zum Beispiel Ämter für Lebensmittelüberwachung – geringfügig mehr Einfluss ausüben können.

Wer kann zur Verbesserung der Lebensmittelqualität beitragen?

Bei der Einschätzung, wie groß der Einfluss auf bessere Lebensmittelqualität tatsächlich ist, sind Verbraucher aber vorsichtiger. Dabei sieht die eine Hälfte einen großen und die andere Hälfte einen eher geringen Einfluss. Vor allem Ostdeutsche sehen dies sehr pessimistisch, denn 61% glauben nicht, dass sie einen großen Einfluss auf Qualität haben.

Um zu besserer Lebensmittelqualität beizutragen, sehen Verbraucher in der Kaufverweigerung die effektivste Möglichkeit. 82% der Verbraucher geben an, Produkte nicht mehr zu kaufen, wenn sie bereits schlechte Erfahrungen damit gemacht haben. 69% empfehlen, Produkte zu meiden, die bereits in Lebensmittelskandale verwickelt waren. Dagegen sind nur 65% der Meinung, dass es hilfreich sein kann, sich beim entsprechenden Händler zu beschweren.

Was kann man zur Verbesserung der Lebensmittelqualität beitragen?

Maßnahmen, die deutlich mehr Engagement von Verbrauchern verlangen, wie zum Beispiel aktives Informieren in Testzeitschriften, finden mit 39% weit weniger Zuspruch. Nur 14% der Verbraucher finden es sinnvoll, sich an Unternehmen mit Verbesserungsvorschlägen via Brief, Mail oder Webseiteneintrag zu wenden. So wird aus Bequemlichkeit Verbrauchereinfluss nicht ausreichend genutzt. Zwar erkennen Verbraucher ihre Einflussmöglichkeiten, jedoch glauben 55%, dass sie ihre Möglichkeiten nicht ausreichend ausschöpfen. 53% der Verbraucher – insbesondere in den höheren Einkommensschichten – geben zu, dass ihnen der Aufwand zu groß ist, sich stärker einzubringen. 13% glauben noch nicht einmal daran, dass die Einzelperson etwas bewirken kann. Diese Meinung wird häufig von Personen vertreten, die ein niedriges Haushaltseinkommen besitzen.

Die größte Sorge von 78% der Verbraucher ist die mögliche Belastung von Obst und Gemüse durch Pflanzenschutzmittel. Generelle Angst vor Schadstoffen haben 61%. Bereits an dritter Stelle steht das Wohl der Tiere. 56% der Verbraucher sorgen sich dabei um artgerechte Haltung. Vor radioaktiver Belastung von Lebensmitteln fürchten sich nur 35%.

Ein weiteres großes Thema, mit dem sich die SGS beschäftigte, ist die Sorge der Verbraucher, dass Verpackungsangaben nicht stimmen. 50% der Verbraucher fürchten, dass wichtige Angaben auf der Verpackung versteckt auftauchen oder ganz fehlen.

Die Verbraucherstudie der SGS wird jährlich durchgeführt und ist ein Verbraucherbarometer für die Zufriedenheit beim Lebensmitteleinkauf. Es wurden insgesamt 1.802 Personen ab 16 Jahren befragt.

Mehr über die „Verbraucherstudie 2011“

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