23 Aug 2013

KiGGS-Studie: So oft treiben Kinder und Jugendliche Sport

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Ergebnisse der KiGGS-Studie zur körperlich-sportlichen Aktivität von Kindern und Jugendlichen

Bewegung hat großen Einfluss auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Quelle: Edingershops: Hudora Trampolin.

Eine wesentliche Voraussetzung für gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen ist körperliche Aktivität. Sie hat großen Einfluss auf die organische und motorische Entwicklung, auf das psychosoziale Wohlbefinden, die Persönlichkeitsentwicklung und das Erlernen sozialer Kompetenzen. Vermutlich werden bereits in jungen Jahren die Weichen für einen aktiven Lebensstil und die Gesundheitschancen im weiteren Lebenslauf gestellt. Zahlreiche Studien weisen positive Zusammenhänge zwischen der körperlichen Aktivität im Kindes- und im Erwachsenenalter nach.

KiGGS ist eine Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, die vom Robert Koch-Institut (RKI) durchgeführt wird. In den Jahren 2003-2006 wurde eine erstmalige Basiserhebung vorgenommen. Seit 2009 wird KiGGS als Langzeitstudie fortgeführt. Das bedeutet, dass die Studie kontinuierlich bundesweit repräsentative Daten zur Gesundheit der unter 18-Jährigen liefert. Darüber hinaus nehmen die Kinder und Jugendlichen wiederholt teil. So werden sie bis ins Erwachsenenalter begleitet und zeitliche Entwicklungstrends können dargestellt werden. Außerdem lassen sich Ursachen und Bedingungen von gesundheitlichen Veränderungen im Lebenslauf analysieren. Was sind die Ergebnisse der KiGGS-Studie?

Bei der Untersuchung des Bewegungsverhaltens kam heraus, dass ein Großteil der Kinder im Alter von 3 bis 10 Jahren regelmäßig sportlich aktiv ist. Drei Viertel der Jungen und Mädchen treiben mindestens einmal pro Woche Sport, mehr als ein Drittel sogar dreimal oder häufiger. Kinder, die nicht regelmäßig Sport treiben, kommen überproportional häufig aus Familien mit Migrationshintergrund, niedrigem Sozialstatus und aus den neuen Bundesländern.

Häufigkeit der Sportausübung bei 3- bis 10-jährigen Jungen und Mädchen

Häufigkeit der Sportausübung bei 3- bis 10-jährigen Jungen und Mädchen (Quelle: KiGGS-Studie)

Auch bei Jugendlichen ist Sport und Bewegung weit verbreitet. Die Empfehlung, an den meisten Tagen in der Woche körperlich-sportliche Aktivitäten durchzuführen, wird in der Altersgruppe der 11- bis 17-Jährigen aber nur von jedem vierten Jungen und jedem sechsten Mädchen befolgt. Mädchen mit Migrationshintergrund und niedrigem Sozialstatus sind am passivsten.

Häufigkeit körperlich-sportlicher Aktivität bei 11- bis 17-jährigen Jungen und Mädchen

Häufigkeit körperlich-sportlicher Aktivität bei 11- bis 17-jährigen Jungen und Mädchen (Quelle: KiGGS-Studie)

Die Ursachen für die Unterschiede lassen sich mit den KiGGS-Daten nicht eindeutig klären. Erklärungsansätze könnte man jedoch beim Thema Vereinssport finden. Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus sind seltener in Sportvereinen aktiv. Das könnte mit den Mitgliedsbeiträgen und den darüber hinaus anfallenden Kosten, z. B. für Sportausrüstungen und Vereinsreisen, zusammenhängen. Der finanzielle Aspekt dürfte auch bei Kindern mit Migrationshintergrund zum Tragen kommen, da deren Familien überproportional von Armut betroffen sind. Bei Migrantenkindern könnten auch kulturelle Barrieren eine Rolle spielen, insbesondere bei Mädchen, für die mitunter die Teilnahme am Schulsport aufgrund ethnischer oder religiöser Vorbehalte nicht selbstverständlich ist. Bei der Bewertung der Ost-West-Unterschiede beim Vereinssport ist zu berücksichtigen, dass nach der Wiedervereinigung in den neuen Bundesländern viele Sportinfrastrukturen weggebrochen sind. Außerdem sind die Eltern der heutigen Kinder noch durch das stark leistungsorientierte Sportfördersystem der DDR gegangen, was zu generellen Vorbehalten gegenüber dem Vereinssport geführt haben könnte.

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