Schlagwort: Abfall

11 Okt 2012

Die Deutsche Umwelthilfe ruft zur Reduzierung von Einweg-Plastiktüten auf

Keine Kommentare Umdenken und Mitmachen

Einweg-Plastik kommt nicht in die TüteDeutschland gehört mit 5,3 Milliarden verbrauchten Plastiktüten pro Jahr zu den Spitzenreitern im europäischen Vergleich – neben Spanien, Italien und Großbritannien. Mitte 2011 hat die Europäische Kommission eine Online-Umfrage zum Umgang mit Einweg-Plastiktüten durchgeführt. Mit 53% sprach sich die Mehrheit der Teilnehmer für ein Verbot aus. Der EU-Umweltkommissar Janez Potočnik hat jedoch bisher nicht veröffentlicht, welche Konsequenzen daraus abgeleitet werden.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat nun die Kampagne „Einweg-Plastik kommt nicht in die Tüte“ gestartet. Ziel ist es, das Abfallaufkommen von Einweg-Plastiktüten zu verringern. Um dies zu erreichen, fordert die DUH, Plastiktüten zusätzlich zum üblichen Preis im Einzelhandel mit einer Abgabe in Höhe von 20 Cent zu belegen. Vorreiter sei Irland, wo der Verbrauch von Plastiktüten infolge einer Zwangsabgabe (zunächst 15 Cent, dann 22 Cent und zuletzt 44 Cent) um 97% gesunken sei. Die so erwirtschafteten staatlichen Einnahmen sollten für die Umwelterziehung von Jung und Alt verwendet werden.

In diesem Sinn ruft die DUH Verbraucher zum Umstieg von Einweg-Tragetaschen auf Alternativen wie Mehrweg-Tragetaschen aus Jute, Baumwolle oder recycelten Kunststofffasern auf. Um Ressourcen zu schonen und uns vor weiteren Abgaben zu bewahren, ist deshalb jeder aufgerufen, schon jetzt freiwillig mitzumachen!

12 Mrz 2012

Was bedeutet „Cradle to Cradle“?

Keine Kommentare Nachhaltiger Konsum, neue Technologien

Vom 26.01. bis 16.03.2011 fand in Berlin das Cradle to Cradle-Festival statt. Cradle to Cradle (C2C) bedeutet „von der Wiege zur Wiege“ und steht für ein Leben ohne Abfälle. Man nennt dies auch Ökoeffektivität. Produkte werden so konzipiert, dass sie entweder in biologische Kreisläufe zurückgeführt werden können oder kontinuierlich in technischen Kreisläufen gehalten werden. Beispielsweise Plastikverpackungen oder T-Shirts werden also kompostiert, so dass sie als biologische Nährstoffe wertvoll für die Natur sind. Alternativ werden Cradle to Cradle-Produkte – zum Beispiel Fernseher – so recycelt, dass daraus neue Produkte entstehen. Das Video erklärt das Cradle to Cradle-Prinzip und zeigt viele Beispiele, die bereits heute Realität sind.

18 Jan 2012

Ergebnisse der Umfrage zum Verbot von Plastiktüten

1 Kommentar Umdenken und Mitmachen

Wir hatten Mitte 2011 über die Umfrage der EU-Kommission zu einem eventuellen Verbot von Kunststoff-Tragetaschen berichtet. Damals hatte die Umfrage für Wirbel gesorgt. Insbesondere die Kunststoff produzierende und verarbeitende Industrie in Deutschland zeigte sich wenig begeistert von dem Vorstoß auf europäischer Ebene. Inzwischen liegen die Ergebnisse der Studie vor.

Der Online-Fragebogen wurde von über 15.500 Teilnehmern ausgefüllt. Davon waren 97% als einzelne Bürger registriert und die Übrigen als Vertreter aus Industrie, Wirtschaft, Umweltgruppen und öffentlichen Institutionen.

Mit 53% spricht sich die Mehrheit der Teilnehmer für ein Verbot aus. Lediglich 12% glauben, dass die bisherigen Maßnahmen in diesem Bereich ausreichen. 65% bejahen einen Handlungsbedarf bei Kunststoff-Tragetaschen. 31% der Befragten würde statt einem Verbot auch eine Tütengebühr ausreichen. Während 58% angeben, dass biologisch abbaubare Tüten für Sie eine Alternative darstellen und deshalb von einem Verbot oder einer Gebühr ausgenommen werden sollten, fordern 23% auch für diese Tüten keine Ausnahmen.

Welche Konsequenzen die Kommission aus den Umfrageergebnissen ziehen wird, hat sie bisher nicht erklärt. Ob die Kunststoff-Tragetasche bald Geschichte ist, bleibt deshalb abzuwarten.


Dieser Gastbeitrag ist von Nicola, die als Juristin im Bereich Verpackungsverordnung und Abfallentsorgung tätig ist. Vielen Dank!

05 Jan 2012

Die Deutsche Post hilft beim Recycling von alten Elektrogeräten

1 Kommentar Umdenken und Mitmachen
Recycling von alten Elektrogeräten

Quelle: Harald Wanetschka / pixelio.de

Handys, PCs und andere elektronische Geräte veralten schnell und werden durch neue ersetzt. Im Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) steht, dass ausgediente Geräte nicht mehr im Hausmüll entsorgt werden dürfen, sondern bei Abfallsammelstellen der Kommunen abgegeben werden müssen. Dort wird eine umweltverträgliche Entsorgung vorgenommen und wertvolle Rohstoffe dem Recycling zugeführt.

Wem der Gang zur Abfallsammelstelle zu umständlich ist, kann das Angebot „Electroreturn“ der Deutschen Post nutzen. Alte Elektrogeräte kann man zum umweltgerechten Recycling schicken. Alle Geräte, die leichter als ein Kilo sind und in einen Maxi-Briefumschlag passen, sind willkommen. Also Handys, Digitalkameras, Computerbauteile oder auch leere Druckerpatronen. Und so funktioniert es:

  • Das Elektrogerät in einen Umschlag packen.
  • Die Versandmarke herunterladen, ausdrucken und auf den Umschlag kleben.
  • In einen Briefkasten werfen oder in der Postfiliale abgeben.
  • Die Post transportiert das Elektrogerät zu einem Recyclingpartner, der sich um die fachgerechte Entsorgung und Verwertung kümmert.

„Electroreturn“ ist völlig kostenlos. Die Telekom legt außerdem noch was drauf: Für jedes Handy, das eingesendet wird, spendet die Telekom 2 Euro an die Organisation „Ein Herz für Kinder“.

27 Jul 2011

Die Deutsche Umwelthilfe mahnt Danone wegen irreführender Werbung ab

1 Kommentar Nachhaltiger Konsum, Umwelt und Klima
Danone Activia

Foto: DANONE GmbH

Die Deutsche Umwelthilfe hat Danone wegen irreführender Werbung für die neue Activia-Joghurtbecher aus Bioplastik abgemahnt. Eine IFEU-Studie belegt, dass Joghurtbecher aus so genanntem Biokunststoff keine gesamtökologischen Vorteile gegenüber herkömmlichen Plastikbechern haben. Der DUH-Bundesgeschäftsführer Resch fordert einen Stopp der Verbrauchertäuschung und kündigt eine Klage gegen Danone an.

Mit der Einführung von Joghurtbechern aus dem so genannten Biokunststoff Polymilchsäure (PLA), auf Basis von Maisstärke, will sich die Danone GmbH ein vermeintlich grünes Image verschaffen. Eine zentrale Rolle in der aktuellen Werbekampagne von Danone für seine Biokunststoffbecher spielt eine Ökobilanz, die im Auftrag des Unternehmens vom renommierten IFEU-Institut erstellt wurde. Der Umwelt- und klageberechtigte Verbraucherschutzverband Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) hat allerdings erhebliche Diskrepanzen zwischen den Ergebnissen der Ökobilanz und der von Danone kommunizierten vermeintlichen Umweltvorteile des neuen Activia-Joghurtbechers festgestellt.

„Der vermeintlich grüne Schein vom neuen Activia-Becher verblasst beim Lesen der Ökobilanz sehr schnell“, erklärt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. „Statt auf tatsächlich umweltfreundliche Verpackungen umzustellen, täuscht Danone seine Kunden und versucht mit sprachlichen Tricks den neuen Activia-Becher als besonders umweltfreundlich darzustellen“. Die gezielt verzerrende Kommunikationsstrategie von Danone sei ein „Musterbeispiel für Greenwashing“ und eine „ungewöhnlich dreiste Art der Verbrauchertäuschung“. Die DUH fordert die Danone GmbH zum sofortigen Stopp der irreführenden Verbraucherinformation zu den Activia-Bechern aus PLA sowie zur Prüfung des Einsatzes von Verpackungsmaterialien mit wirklichen Umweltvorteilen auf. Weiterlesen

08 Jul 2011

Mehrwegflaschen sind ökologischer als Einweg-Pfand und Grüner Punkt

Keine Kommentare Nachhaltiger Konsum

Mehrwegflaschen zeigen nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische und soziale Vorteile. Insgesamt sind Pfandsysteme für Getränkeverpackungen insbesondere aus ökologischer Sicht, aber auch unter bestimmten ökonomischen und sozialen Aspekten vorteilhaft. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Mehrweg- und Recyclingsysteme für ausgewählte Getränkeverpackungen aus Nachhaltigkeitssicht“, die die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC für die Deutsche Umwelthilfe e.V. erstellt hat.

Die vorliegende Studie vergleicht erstmals umfassend die ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen der drei wesentlichen Rücknahme- und Recyclingsysteme für Getränkeverpackungen: Pfandsysteme für Mehrweg- und Einweggetränkeverpackungen sowie Grüner-Punkt-Systeme für Einweggetränkeverpackungen. Berücksichtigt werden alle Stufen der Wertschöpfung – von der Abfüllung über die Distribution und Rücknahme bis zur Wiederbefüllung bzw. Verwertung und Entsorgung. In die Bewertung fließen Faktoren wie z.B. Ressourcenverbrauch, Recyclingquoten, Recyclingqualität, Systemkosten, Beschäftigungseffekte und Abfallaufkommen ein.

„Das Mehrwegsystem ist kein Selbstläufer. Dies zeigt die seit Jahren sinkende Mehrwegquote. Vor allem für große Hersteller mit einer zentralisierten Abfüllorganisation und den Einzelhandel sind Einwegsysteme in der Regel aus ökonomischer Sicht vorteilhafter. Bezieht man ökologische und soziale Auswirkungen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit mit ein, ist eine Förderung effizient funktionierender Mehrwegsysteme gesamtwirtschaftlich sinnvoll“, kommentiert Dieter Horst, Nachhaltigkeitsexperte im Bereich Sustainability Services von PwC. Weiterlesen

03 Jun 2011

Werden Plastiktüten bald verboten?

2 Kommentare Umdenken und Mitmachen

Einkaufskorb statt Plastiktüte? Möglicherweise stellt sich diese Frage bald nicht mehr. Die EU-Kommission hat Mitte Mai erklärt, ein Verbot von Plastiktüten bzw. die Einführung einer Steuer auf Plastiktüten zu prüfen. Ziel ist es, die Umweltbelastung durch Plastiktüten zu vermindern. Um bereits vorliegende wissenschaftliche Studien zu ergänzen, verschafft sie sich derzeit in einer Online-Befragung einen Überblick über das Meinungsbild zu diesem Thema. EU-Bürger und Vertreter der Verpackungsindustrie können so bis August ihre Sichtweise zur Zukunft der Plastiktüte mitteilen. Im Rahmen der Befragung können sie außerdem angeben, wie biologisch abbaubare Verpackungen mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt werden können.

Mit der Einführung von Selbstbedienungsläden und durch den Konsum in der Zeit des Wirtschaftswunders entwickelte sich die Plastiktüte seit den 50er Jahren zum ständigen Begleiter des deutschen Verbrauchers. Inzwischen steht aber fest, dass Plastiktüten steigende Müllberge begünstigen und jahrzehntelang unsere Umwelt belasten – selbst wenn man sie nur wenige Minuten benutzt. Dies erklärte auch der EU-Umweltkommissar Janez Potocnik Mitte Mai. Nach Angaben der Kommission verbraucht der EU-Bürger pro Jahr durchschnittlich rund 500 Plastiktragetaschen. Zum Risiko wird der Plastikmüll insbesondere dann, wenn er im Meer landet und dort Tiere und Pflanzen gefährdet. Allein im Mittelmeer treiben derzeit rund 250 Milliarden Kunststoff-Teilchen mit einem Gesamtgewicht von 500 Tonnen.

Um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, ist es wichtig, dass europaweit einheitlich über die Zukunft der Plastiktüte entschieden wird. In einigen Mitgliedsstaaten gehen die Behörden schon mit Abgaben oder Teilverboten gegen Plastiktüten vor, nicht aber in Deutschland. Gemäß der Verpackungsverordnung müssen die Hersteller der Plastiktüten ein Entgelt an ein duales System zahlen, das sich um die Wiederwertung oder umweltschonende Entsorgung der Tüten kümmert. Deshalb liegen die Kosten inzwischen bei bis zu 30 Cent pro Plastikbeutel. Mit 65 Tüten pro Jahr und Bürger verbrauchen die Deutschen allerdings deutlich weniger Tüten als der EU-Durchschnitt. Zwar zeigt eine Studie des Bundesumweltamtes, dass die umstrittenen Tragetaschen im Vergleich zu Papiertüten gar keine so schlechte Umweltbilanz aufweisen, wenn man etwa auch den Energieverbrauch bei der Herstellung vergleicht. Letztlich belegt dies aber nur, dass Einwegtüten keine Alternative zu Einkaufskörben und Taschen sind, die über Jahre hinweg immer wieder benutzt werden können. Dennoch ist es vielleicht nicht schlecht, auch zukünftig in Notfällen auf eine Plastik- oder Papiertüte zurückgreifen zu können, um sie dann als Müllbeutel wiederzuverwenden.

Wer sich an der Umfrage der EU-Kommission beteiligen möchte, kann bis zum 09.08.2011 hier abstimmen.


Dieser Gastbeitrag ist von Nicola, die als Juristin im Bereich Verpackungsverordnung und Abfallentsorgung tätig ist. Vielen Dank!