Schlagwort: Abfall

11 Dez 2018

Frankreichs Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung

Keine Kommentare Umdenken und Mitmachen
Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung

Quelle: piu700 / pixelio.de

In die Tonne statt auf den Teller: Verschwendete Lebensmittel kosten nicht nur Geld. Auch Wasserverbrauch, Anbaufläche, Pestizide, stickstoffhaltiger Dünger und mehr schlagen negativ zu Buche. Dabei wird in Deutschland von Bundesland zu Bundesland verschieden mit dem Problem umgegangen. Während Baden-Württemberg zum Beispiel die Vermeidung von Lebensmittelabfällen im Abfallwirtschaftsplan stehen hat, hinken andere Bundesländer noch hinterher.

Rund 18 Millionen Tonnen und damit rund ein Drittel der deutschen Lebensmittelproduktion endet auf dem Müll. Aussortiert wird aber nicht ausschließlich im Privathaushalt. Schon auf dem Bauernhof werden Nahrungsmittel weggeworfen. Supermärkte entsorgen Produkte mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum. Auch Mensen, Imbisse und Großküchen werfen Essen weg – nur um einige Faktoren zu nennen.

Wie es anders geht, zeigt Frankreich, Heimat von Michelinsternen und Nouvelle Cuisine. Das Kulturland im Süden ist seit Jahrhunderten auch für seine gastronomischen Künste berühmt. Statt jedoch, wie woanders üblich, Berge von unregelmäßig geformtem Gemüse und Obst, unverkauften belegten Broten und mehr in Mülltonnen zu entsorgen, sind Supermärkte mit mindesten 400 Quadratmeter Ladenfläche seit fast drei Jahren gesetzlich verpflichtet, unverkaufte, aber noch genießbare Lebensmittel an Hilfsorganisationen zu spenden. Weiterlesen

11 Okt 2012

Die Deutsche Umwelthilfe ruft zur Reduzierung von Einweg-Plastiktüten auf

Keine Kommentare Umdenken und Mitmachen

Einweg-Plastik kommt nicht in die TüteDeutschland gehört mit 5,3 Milliarden verbrauchten Plastiktüten pro Jahr zu den Spitzenreitern im europäischen Vergleich – neben Spanien, Italien und Großbritannien. Mitte 2011 hat die Europäische Kommission eine Online-Umfrage zum Umgang mit Einweg-Plastiktüten durchgeführt. Mit 53% sprach sich die Mehrheit der Teilnehmer für ein Verbot aus. Der EU-Umweltkommissar Janez Potočnik hat jedoch bisher nicht veröffentlicht, welche Konsequenzen daraus abgeleitet werden.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat nun die Kampagne „Einweg-Plastik kommt nicht in die Tüte“ gestartet. Ziel ist es, das Abfallaufkommen von Einweg-Plastiktüten zu verringern. Um dies zu erreichen, fordert die DUH, Plastiktüten zusätzlich zum üblichen Preis im Einzelhandel mit einer Abgabe in Höhe von 20 Cent zu belegen. Vorreiter sei Irland, wo der Verbrauch von Plastiktüten infolge einer Zwangsabgabe (zunächst 15 Cent, dann 22 Cent und zuletzt 44 Cent) um 97% gesunken sei. Die so erwirtschafteten staatlichen Einnahmen sollten für die Umwelterziehung von Jung und Alt verwendet werden.

In diesem Sinn ruft die DUH Verbraucher zum Umstieg von Einweg-Tragetaschen auf Alternativen wie Mehrweg-Tragetaschen aus Jute, Baumwolle oder recycelten Kunststofffasern auf. Um Ressourcen zu schonen und uns vor weiteren Abgaben zu bewahren, ist deshalb jeder aufgerufen, schon jetzt freiwillig mitzumachen!

12 Mrz 2012

Was bedeutet „Cradle to Cradle“?

Keine Kommentare Nachhaltiger Konsum, neue Technologien

Vom 26.01. bis 16.03.2011 fand in Berlin das Cradle to Cradle-Festival statt. Cradle to Cradle (C2C) bedeutet „von der Wiege zur Wiege“ und steht für ein Leben ohne Abfälle. Man nennt dies auch Ökoeffektivität. Produkte werden so konzipiert, dass sie entweder in biologische Kreisläufe zurückgeführt werden können oder kontinuierlich in technischen Kreisläufen gehalten werden. Beispielsweise Plastikverpackungen oder T-Shirts werden also kompostiert, so dass sie als biologische Nährstoffe wertvoll für die Natur sind. Alternativ werden Cradle to Cradle-Produkte – zum Beispiel Fernseher – so recycelt, dass daraus neue Produkte entstehen. Das Video erklärt das Cradle to Cradle-Prinzip und zeigt viele Beispiele, die bereits heute Realität sind.

18 Jan 2012

Ergebnisse der Umfrage zum Verbot von Plastiktüten

1 Kommentar Umdenken und Mitmachen

Wir hatten Mitte 2011 über die Umfrage der EU-Kommission zu einem eventuellen Verbot von Kunststoff-Tragetaschen berichtet. Damals hatte die Umfrage für Wirbel gesorgt. Insbesondere die Kunststoff produzierende und verarbeitende Industrie in Deutschland zeigte sich wenig begeistert von dem Vorstoß auf europäischer Ebene. Inzwischen liegen die Ergebnisse der Studie vor.

Der Online-Fragebogen wurde von über 15.500 Teilnehmern ausgefüllt. Davon waren 97% als einzelne Bürger registriert und die Übrigen als Vertreter aus Industrie, Wirtschaft, Umweltgruppen und öffentlichen Institutionen.

Mit 53% spricht sich die Mehrheit der Teilnehmer für ein Verbot aus. Lediglich 12% glauben, dass die bisherigen Maßnahmen in diesem Bereich ausreichen. 65% bejahen einen Handlungsbedarf bei Kunststoff-Tragetaschen. 31% der Befragten würde statt einem Verbot auch eine Tütengebühr ausreichen. Während 58% angeben, dass biologisch abbaubare Tüten für Sie eine Alternative darstellen und deshalb von einem Verbot oder einer Gebühr ausgenommen werden sollten, fordern 23% auch für diese Tüten keine Ausnahmen.

Welche Konsequenzen die Kommission aus den Umfrageergebnissen ziehen wird, hat sie bisher nicht erklärt. Ob die Kunststoff-Tragetasche bald Geschichte ist, bleibt deshalb abzuwarten.


Dieser Gastbeitrag ist von Nicola, die als Juristin im Bereich Verpackungsverordnung und Abfallentsorgung tätig ist. Vielen Dank!

05 Jan 2012

Die Deutsche Post hilft beim Recycling von alten Elektrogeräten

1 Kommentar Umdenken und Mitmachen
Recycling von alten Elektrogeräten

Quelle: Harald Wanetschka / pixelio.de

Handys, PCs und andere elektronische Geräte veralten schnell und werden durch neue ersetzt. Im Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) steht, dass ausgediente Geräte nicht mehr im Hausmüll entsorgt werden dürfen, sondern bei Abfallsammelstellen der Kommunen abgegeben werden müssen. Dort wird eine umweltverträgliche Entsorgung vorgenommen und wertvolle Rohstoffe dem Recycling zugeführt.

Wem der Gang zur Abfallsammelstelle zu umständlich ist, kann das Angebot „Electroreturn“ der Deutschen Post nutzen. Alte Elektrogeräte kann man zum umweltgerechten Recycling schicken. Alle Geräte, die leichter als ein Kilo sind und in einen Maxi-Briefumschlag passen, sind willkommen. Also Handys, Digitalkameras, Computerbauteile oder auch leere Druckerpatronen. Und so funktioniert es:

  • Das Elektrogerät in einen Umschlag packen.
  • Die Versandmarke herunterladen, ausdrucken und auf den Umschlag kleben.
  • In einen Briefkasten werfen oder in der Postfiliale abgeben.
  • Die Post transportiert das Elektrogerät zu einem Recyclingpartner, der sich um die fachgerechte Entsorgung und Verwertung kümmert.

„Electroreturn“ ist völlig kostenlos. Die Telekom legt außerdem noch was drauf: Für jedes Handy, das eingesendet wird, spendet die Telekom 2 Euro an die Organisation „Ein Herz für Kinder“.

27 Jul 2011

Die Deutsche Umwelthilfe mahnt Danone wegen irreführender Werbung ab

1 Kommentar Nachhaltiger Konsum, Umwelt und Klima
Danone Activia

Foto: DANONE GmbH

Die Deutsche Umwelthilfe hat Danone wegen irreführender Werbung für die neue Activia-Joghurtbecher aus Bioplastik abgemahnt. Eine IFEU-Studie belegt, dass Joghurtbecher aus so genanntem Biokunststoff keine gesamtökologischen Vorteile gegenüber herkömmlichen Plastikbechern haben. Der DUH-Bundesgeschäftsführer Resch fordert einen Stopp der Verbrauchertäuschung und kündigt eine Klage gegen Danone an.

Mit der Einführung von Joghurtbechern aus dem so genannten Biokunststoff Polymilchsäure (PLA), auf Basis von Maisstärke, will sich die Danone GmbH ein vermeintlich grünes Image verschaffen. Eine zentrale Rolle in der aktuellen Werbekampagne von Danone für seine Biokunststoffbecher spielt eine Ökobilanz, die im Auftrag des Unternehmens vom renommierten IFEU-Institut erstellt wurde. Der Umwelt- und klageberechtigte Verbraucherschutzverband Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) hat allerdings erhebliche Diskrepanzen zwischen den Ergebnissen der Ökobilanz und der von Danone kommunizierten vermeintlichen Umweltvorteile des neuen Activia-Joghurtbechers festgestellt.

„Der vermeintlich grüne Schein vom neuen Activia-Becher verblasst beim Lesen der Ökobilanz sehr schnell“, erklärt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. „Statt auf tatsächlich umweltfreundliche Verpackungen umzustellen, täuscht Danone seine Kunden und versucht mit sprachlichen Tricks den neuen Activia-Becher als besonders umweltfreundlich darzustellen“. Die gezielt verzerrende Kommunikationsstrategie von Danone sei ein „Musterbeispiel für Greenwashing“ und eine „ungewöhnlich dreiste Art der Verbrauchertäuschung“. Die DUH fordert die Danone GmbH zum sofortigen Stopp der irreführenden Verbraucherinformation zu den Activia-Bechern aus PLA sowie zur Prüfung des Einsatzes von Verpackungsmaterialien mit wirklichen Umweltvorteilen auf. Weiterlesen

08 Jul 2011

Mehrwegflaschen sind ökologischer als Einweg-Pfand und Grüner Punkt

Keine Kommentare Nachhaltiger Konsum

Mehrwegflaschen zeigen nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische und soziale Vorteile. Insgesamt sind Pfandsysteme für Getränkeverpackungen insbesondere aus ökologischer Sicht, aber auch unter bestimmten ökonomischen und sozialen Aspekten vorteilhaft. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Mehrweg- und Recyclingsysteme für ausgewählte Getränkeverpackungen aus Nachhaltigkeitssicht“, die die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC für die Deutsche Umwelthilfe e.V. erstellt hat.

Die vorliegende Studie vergleicht erstmals umfassend die ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen der drei wesentlichen Rücknahme- und Recyclingsysteme für Getränkeverpackungen: Pfandsysteme für Mehrweg- und Einweggetränkeverpackungen sowie Grüner-Punkt-Systeme für Einweggetränkeverpackungen. Berücksichtigt werden alle Stufen der Wertschöpfung – von der Abfüllung über die Distribution und Rücknahme bis zur Wiederbefüllung bzw. Verwertung und Entsorgung. In die Bewertung fließen Faktoren wie z.B. Ressourcenverbrauch, Recyclingquoten, Recyclingqualität, Systemkosten, Beschäftigungseffekte und Abfallaufkommen ein.

„Das Mehrwegsystem ist kein Selbstläufer. Dies zeigt die seit Jahren sinkende Mehrwegquote. Vor allem für große Hersteller mit einer zentralisierten Abfüllorganisation und den Einzelhandel sind Einwegsysteme in der Regel aus ökonomischer Sicht vorteilhafter. Bezieht man ökologische und soziale Auswirkungen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit mit ein, ist eine Förderung effizient funktionierender Mehrwegsysteme gesamtwirtschaftlich sinnvoll“, kommentiert Dieter Horst, Nachhaltigkeitsexperte im Bereich Sustainability Services von PwC. Weiterlesen