Schlagwort: Atom Energie

08 Feb 2011

Serie über Social Entrepreneurs: Die Elektrizitätswerke Schönau liefern ausschließlich grünen Strom

Keine Kommentare Social Entrepreneurs

Social Entrepreneurs“ sind die neuen Helden der globalen Zivilgesellschaft. Sie wollen mehr erreichen als nur Wachstum und Gewinn, sie wollen die Welt besser machen. Und sie engagieren sich dort, wo der Staat Hilfen kürzt oder Unternehmen keine Gewinne erwarten. In dieser Serie stelle ich einige Social Entrepreneurs aus dem Ashoka Fellowship-Programm vor.

Ursula Sladek hat bereits in den Neunzigerjahren – vor der gesetzlichen Liberalisierung – durch ihre Bürgerinitiative das Preismonopol auf dem Energiemarkt gebrochen. Die Elektrizitätswerke Schönau, die sie gemeinsam mit ihrem Mann Michael ins Leben rief, waren der Vorreiter für grüne Energie in Deutschland. Sie beliefern rund 86.000 Kunden direkt mit kernkraftfreiem Strom. Anstatt möglichst viel Strom zu verkaufen, hilft Ursula Sladek ihren Kunden, möglichst viel Energie zu sparen. Darüber hinaus verfolgt sie eine große Zukunftsvision: die dezentrale, umweltfreundliche Produktion und Einspeisung von Energie.

Der Strom der Elektrizitätswerke Schönau wird unter anderem empfohlen von:
Elektrizitätswerke Schönau


Autorin: Sandra Klein. Der Artikel ist aus „MUM – Markt & Medien“ (Ausgabe Mai 2010). Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der ÖKO-TEST Verlag GmbH.

Hier findest Du weitere Beispiele für Social Entrepreneurs…

31 Jan 2011

Wie findet man einen echten Ökostromanbieter?

4 Kommentare Nachhaltiger Konsum, Umwelt und Klima

NaturvoltStrom wird immer teurer. Regelmäßig werden die Versorgungspreise erhöht. Doch Verbraucher können sich dagegen wehren und den Stromanbieter wechseln. Außerdem bietet der Wechsel die Möglichkeit, zu einem Ökostromanbieter zu wechseln. Doch welcher Energieversorger ist der richtige und was sollte man beim Wechsel beachten?

Wie das Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST rausgefunden hat, ist Ökostrom nicht immer ökologisch. Denn die Strategie einiger Energieversorger ist es zum Beispiel, im Inland Öko-Strom zu vermarkten, der meist bei alten Wasserkraftwerken im Ausland eingekauft wird. Der ausländische Stromproduzent schließt die auftretende Angebotslücke, indem er in neue Kohle- oder Atomkraftwerke investiert. Und es gibt noch eine andere Art der Schönfärberei: Manche Stromkonzerne, die alle Arten von Energieerzeugung und maßgeschneiderte Tarife im Portfolio haben, bieten zwar der wachsenden Zahl von grünen Verbrauchern Öko-Strom an. Doch das geht auf Kosten des restlichen Energiemix, der einfach weniger Öko-Strom beinhaltet.

Tarifvergleichsportale im Internet liefern eine große Preistransparenz. Der günstigste Anbieter ist schnell gefunden, doch es ist schwer herauszufinden, welche Anbieter und Tarife tatsächlich ökologisch sind.

Das Portal Naturvolt.de hilft dort weiter. Im kostenlosen Preisrechner sind nur die Tarife von echten Ökostromanbietern zu finden. Die Anbieter kommen meist aus der Umweltbewegung heraus und bieten sehr transparent Einblick in ihre Tätigkeiten und Bezugsquellen. Demnach gewinnen diese Ökostromanbieter den Strom nachhaltig zu 100 % aus erneuerbarer Energie, sind unabhängig von den großen Konzernen und fördern durch ihre Arbeit aktiv den Ausbau der erneuerbaren Energiequellen.

Laut Naturvolt.de ist es wichtig, dass Verbraucher nicht an lange Vertragslaufzeiten gebunden sind, damit sie schnell auf Preisänderungen mit einem Anbieterwechsel reagieren können. Aus diesem Grund listet Naturvolt.de nur die Anbieter, die keine Mindestvertragslaufzeit verlangen.

06 Dez 2010

Klimaschutz-Index 2011: Deutschland weiterhin auf Platz 7

2 Kommentare Umwelt und Klima

Germanwatch und CAN Europe haben heute auf dem Klimagipfel in Cancún die sechste Auflage des jährlichen Klimaschutz-Index (KSI) vorgestellt. Der KSI 2011 vergleicht die 57 größten CO2-Emittenten auf Basis ihrer Emissionen und ihrer Klimapolitik. In diesem Jahr haben mehr als 190 Experten die Politik ihres Landes analysiert.

Klimaschutz Index 2011

„Kopenhagen brachte auf internationaler Ebene ein enttäuschendes Ergebnis. Darum sind wir positiv überrascht, dass im letzten Jahr einige Länder mit guten nationalen Initiativen reagiert haben“, so Jan Burck, Autor des Index und Referent bei Germanwatch. „Zum ersten Mal bewerteten die Experten die nationale Klimapolitik besser als die internationale. Wir müssen abwarten, ob diese nationale Dynamik hier in Cancún auf internationalem Level umgesetzt werden kann“.

In diesem Jahr liegen Brasilien, Schweden und Norwegen auf dem vierten bis zum sechsten Platz, gefolgt von Deutschland. Saudi Arabien, Kasachstan, Australien und Kanada bilden die Schlusslichter. Brasilien konnte den vierten Platz aus dem Vorjahr verteidigen. Die ersten drei Plätze blieben aber erneut frei. Diese sind reserviert für Länder, die genug Klimaschutz umsetzen, um unterhalb der globalen Erwärmung von 1,5 Grad Celsius zu bleiben. Weiterlesen

17 Sep 2010

Atommülllager Gorleben: Sind die Würfel schon gefallen?

1 Kommentar Umwelt und Klima

Die Neue Osnabrücker Zeitung berichtet, dass der Countdown läuft: Nur noch zwei Wochen dauert es, dann werden Bagger wieder Stollen in den Salzstock Gorleben graben. Nach zehn Jahren endet am 1. Oktober der unter Rot-Grün verhängte Erkundungsstopp. Und alles ist wieder so wie früher: Angeblich wird ergebnisoffen nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll gesucht. Doch es bleibt das ungute Gefühl, die Würfel seien längst gefallen.

Denn so heftig die neue Bundesregierung auf die Gorleben-Untersuchung pocht, so wenig setzt sie sich für die Prüfung alternativer Standorte ein. Dabei könnten Lagerstätten in Ton oder Granit nach Einschätzung von Experten genauso geeignet sein wie Salzschichten. Deshalb müssten auch süddeutsche Standorte in Augenschein genommen werden. Den erwartbaren Streit scheut Schwarz-Gelb aber wie der Teufel das Weihwasser.

Und so wird ein neues Kapitel in einer Geschichte aufgeschlagen, die reich ist an Fehlern und Ungereimtheiten. Von Anfang an gab es Hinweise auf frisierte Akten, geschönte Gutachten und massiven politischen Druck, Gorleben auszuwählen. Dass diese Umstände jetzt untersucht werden, ist nur zu begrüßen. Doch war beim Ortstermin unter Tage nicht einmal Presse erwünscht. Transparenz stellt man sich anders vor.

Ein Makel bleibt auch, dass Gorleben nach altem Bergrecht erkundet wird, um eine Beteiligung der Öffentlichkeit zu vermeiden. Das strenge Atomgesetz wird nun angewandt, wenn es darum geht, Bauern in der Region zu enteignen. Die Wellen der Empörung werden hoch schlagen – zu Recht.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

26 Aug 2010

Greenpeace protestiert am Atomkraftwerk Emsland für den Atomausstieg

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Atomkraftwerk Emsland, © Fred Dott/Greenpeace

Mit der Botschaft „Atomkraft ist ein Irrweg, Frau Merkel!“ haben heute in den frühen Morgenstunden Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace gegen den PRO-Atomkurs der Bundesregierung protestiert. Die Umweltschützer projizierten den Spruch an den Kühlturm des Atomkraftwerkes Emsland. Sie fordern die Bundesregierung auf, die Atomkraftwerke nicht länger laufen zu lassen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besucht heute auf ihrer Energiereise das AKW Emsland und trifft dort die Atommanager Jürgen Großmann (RWE) und Johannes Teyssen (E.ON).

„Atomkraft ist keine Brücke, sondern ein Irrweg, der Deutschland in eine gefährliche energiepolitische Sackgasse führt. Eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke blockiert den nötigen Fortschritt bei Strom aus Wind und Sonne“, sagt Tobias Riedl, Atom-Experte bei Greenpeace. „Effiziente, flexible Gaskraftwerke sind hingegen die perfekte Ergänzung zu den Erneuerbaren Energien. Sie führen Deutschland zielgerichtet ins regenerative Zeitalter.“

Eine gestern von Greenpeace vorgestellte Studie des Wuppertal Instituts belegt, Erdgaskraftwerke sind die einzige Brückentechnologie, die gebraucht wird, um gefahrlos ins Zeitalter der Erneuerbaren Energien zu gelangen. Atomkraft ist als Brücke nicht geeignet, da die Reaktoren kaum regelbar sind und die Schwankungen bei der Stromerzeugung aus Wind und Sonne nicht ausgleichen können. Eine hocheffiziente Gasbrücke würde zudem den Import von Gas künftig stark reduzieren. Das Potential dieses Energieträgers kann Merkel heute gleich neben dem AKW Emsland besichtigen. Dort besucht sie ein von RWE betriebenes Gas- und Dampfturbinenkraftwerk.

Wie Greenpeace am Montag bekannt machte, hält Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) den aktuellen Bericht an die EU-Kommission zur Energieversorgungssicherheit in Deutschland zurück. „Der Bericht würde Daten liefern, die zeigen, dass eine sichere Stromversorgung auch ohne Laufzeitverlängerung gewährleistet ist. Das wäre das Aus für die Pläne der Bundesregierung“, so Riedl. Gleichzeitig lässt das Wirtschaftsministerium vier künftige Energieszenarien errechnen. Allerdings wird nicht berechnet, ob Deutschland auch mit dem derzeit gültigen Atomausstieg oder mit einer Laufzeit-Verkürzung die Energiewende schaffen kann. „Brüderle hat von Anfang an versucht, das Ergebnis im eigenen Sinne zu beeinflussen. Es steht für Schwarz-Gelb fest, dass es nur mit Atomkraft geht. Das setzt dem energiepolitischen Chaos von Regierung und Konzernen die Krone auf. Die Öffentlichkeit soll betrogen werden“, so Riedl.

„Seit Wochen versuchen die Atomkonzerne RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall mit Drohungen und Angriffen ihre Interessen durchzusetzen. Großmann und seine Kollegen spielen sich als Retter auf. In Wahrheit haben sie nur ihre Geldbeutel im Blick“, so Riedl. „CDU und CSU haben sich mit der Laufzeitverlängerung politisch verrannt und Atomkraft zu ihrem Markenzeichen gemacht. Frau Merkel sollte schon aus eigenem Interesse umkehren und auf das Projekt Laufzeitverlängerung verzichten.“

16 Jul 2010

„Der große Bluff“ – ZDF-Doku über die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken

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Atomkraftwerk Isar/Ohu bei Landshut, © Peter von Bechen / PIXELIO

Die Bundesregierung will die Laufzeiten von Atomkraftwerken verlängern, den Ausstieg aus der Kernenergie rückgängig machen. Nur so könne eine günstige Stromversorgung garantiert und die Klimaschutzziele erreicht werden. 2010 ist das Jahr, in dem sich der Kampf um den Weg in die Energiezukunft entscheidet. Die „Frontal 21“-Dokumentation „Der große Bluff“ von Steffen Judzikowski und Christian Rohde, die am Dienstag, 13. Juli 2010, 21.00 Uhr, im ZDF zu sehen war, zeigte Stationen der Debatte, beantwortete Fragen zu den zentralen gesellschaftlichen Konflikten und präsentierte Argumente und Belege. Die Autoren recherchierten mehrere Wochen und trafen in ganz Deutschland Kritiker und Befürworter der Kerntechnik.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen sagt im Interview: „Ich glaube, dass wir eine überschaubare Zahl an zusätzlichen Jahren Kernenergie brauchen.“ Für Professor Olav Hohmeyer, Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung für Umweltfragen, ist eine Verlängerung der Laufzeiten „ein fatales Signal“. Die Regierung schicke sich an, die Weichen genau in die falsche Richtung zu stellen. Zusammen mit Prof. Hohmeyer untersuchen die Autoren die Versprechungen der Atompolitiker: Sorgt Atomkraft für günstige Energiepreise? Sind alte Reaktoren wirklich sicher? Ist die Energiewende mit Atomkraft zu meistern, und ist Gorleben ein geeignetes Endlager?

Die Kernkraftwerke des Energiekonzerns seien sicher und klimafreundlich, heißt es bei RWE. Außerdem verspricht RWE-Sprecher Volker Heck im Film: „Kernenergie sorgt dafür, dass die Preise stabil bleiben.“ Laut Felix Matthes vom Öko-Institut ist das Versprechen sinkender Strompreise der „größte Mythos in der ganzen Debatte“ um Laufzeitverlängerungen. Sie seien einzig ein Garant dafür, dass Atomkonzerne „weiterhin Milliardengewinne scheffeln können“. Dass gerade auch alte Reaktoren wie Biblis A oder Krümmel länger laufen sollen, macht Wolfgang Renneberg, bis Ende 2009 im Bund verantwortlich für Reaktorsicherheit, Sorgen: Kein einziges deutsches Kernkraftwerk sei heute genehmigungsfähig. Es fehle zum Beispiel ein Schutz gegen Terrorangriffe. Öffentlich mag über solche Gefahren kaum jemand reden, doch geheime Unterlagen, die der Film präsentiert, belegen: Die Verantwortlichen sind alarmiert.

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01 Jul 2010

Hohes Beschäftigungswachstum bei erneuerbaren Energien, traditionelle Energiekonzerne schrumpfen

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Fünfzig Jahre nach Gründung des Deutschen Atomforums schrumpfen die Belegschaften von Unternehmen, die weiter auf Atomenergie und fossile Kraftwerke setzen. Dagegen trotzen die Newcomer der Erneuerbaren Energien Branche nicht nur der Wirtschaftskrise: Sie wachsen weiter in rasantem Tempo. Darauf haben die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH), die Juwi Holding AG, die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) und das Kampagnen-Netzwerk Campact anlässlich eines gemeinsamen Presseauftritts in Berlin hingewiesen und gleichzeitig neue Kampagnen gegen eine Fortsetzung der Atomstromnutzung in Deutschland gestartet. Andernfalls drohe die Gefahr, dass bei der Umsetzung der Energie- und Klimawende entscheidende Zeit und zigtausende von Arbeitsplätzen verloren gehen.

„Die Zukunft ist erneuerbar“, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake und erklärte, dass nur eine konsequente Fortführung der Energiewende in eine nachhaltige Energiezukunft führe. „Wer heute, wie Angela Merkel glaubt, durch Höflichkeitsbesuche bei Jubelfeiern der Atomlobby punkten zu können, verspielt mutwillig die Zukunft“. Auch mit Blick auf die zum Beispiel beim Energieriesen E.on drohenden massiven Arbeitsplatzverluste forderte Baake die Bundeskanzlerin auf, sich „besser da sehen zu lassen, wo Zukunft gestaltet wird, statt weiter für die Stabilisierung risikoreicher und ineffizienter Energiestrukturen aus dem vergangenen Jahrhundert zu werben“. Es sei ein von den Energiekonzernen gern verbreiteter Irrtum zu glauben, das neue und das alte Energiesystem könnten noch lange nebeneinander existieren. Baake: „Das Gegenteil ist richtig. Früher als viele meinen, müssen wir uns entscheiden: Entweder Uran und Kohle oder Sonne, Wind, Wasser und Bioenergie. Das diktieren uns nicht Interessen oder Ideologie, sondern Klimaschutz und Physik.“

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