Schlagwort: Bücher

26 Jul 2011

Auszug aus dem Buch „Die Westerwelle“: Die Geldwirtschaft – ein systematischer Konstruktionsfehler

Keine Kommentare Umdenken und Mitmachen

Die Westerwelle von Dr. Michael Kaiser Im April 2011 erschien „Die Westerwelle“ von Dr. Michael Kaiser. In dem Buch werden reihenweise und mit Hochgenuss heilige Milchkühe der Wirtschaftspolitik geschlachtet. Wirtschaftspolitische Zusammenhänge werden endlich einmal ohne Zahlenfriedhöfe und Selbstzweck-Fremdworte allgemein verständlich dargelegt. Das Buch will jedoch nicht nur informieren, sondern auch Spaß machen und zum Diskutieren anregen. Hier findet Ihr einen Auszug…

Die Geldwirtschaft – ein systematischer Konstruktionsfehler

Gehen wir zu einem Biersportfest. Selbst bei allen Unzulänglichkeiten funktioniert der Wettkampf immer noch ganz gut, alle sind im Großen und Ganzen zufrieden. Kommen wir also zur zweiten Voraussetzung, dass das so ist: Der Einsatz muss gegen einen Nutzen tauschbar sein. Es werden also Medaillen vergeben, die eindeutig und für alle Teilnehmenden gleich nicht nur die ersten drei Plätze honorieren, sondern vor allem auch die unterschiedlichsten Leistungen und Disziplinen vergleichbar machen.

Übertragen auf die Volkswirtschaft heißt das: Sobald wir ein auf Selbstversorgung ausgelegtes Lagerfeuer verlassen, sobald Arbeitsteilung, Spezialisierung, Wertschöpfung durch Veredelung, Produktionsketten, Massenproduktion und geographische Entfernungen Eingang in das Wirtschaftsgeschehen finden, brauchen wir ein Tauschmittel.

Aber kehren wir zu unseren Medaillen zurück: Jetzt stelle Dir vor, dass Du nach ein paar Wettkampfjahren als bislang besonders erfolgreicher Mensch den Veranstaltenden vorschlägst, Dir eine Goldmedaille zu leihen. Du wärst grad gut in Form und würdest den hierzu benötigten Sieg im nächsten Jahr holen, ganz sicher. Mit der geliehenen Goldmedaille könntest Du die Betreiberin eines riesigen Fitness Studios überzeugen, Dich dort vier mal die Woche kostenlos trainieren und alle Geräte benutzen zu lassen. Das würde Dich dann unschlagbar machen, im nächsten Jahr. Ansonsten – Dein bisheriger Trainingsplatz fiel nämlich inzwischen einer Schnellstraße zum Opfer – hättest Du keine Möglichkeit, Dich optimal vorzubereiten. Du wärst dann klar benachteiligt, vermutlich gar chancenlos, im nächsten Jahr. Gesagt, getan. Weiterlesen

18 Mai 2011

Lohas-Typen aus der Studie „Lohas: Mehr als Green-Glamour“

1 Kommentar Nachhaltiger Konsum

Sinus Sociovision und KarmaKonsum haben 2009 die Studie „Lohas: Mehr als Green-Glamour“ durchgeführt. Dabei wurde das Interesse an Nachhaltigkeit, ökologisch bewusstem Konsum und sozialer Verantwortung untersucht. Das Ergebnis ist, dass diese Werte eine sehr große Rolle bei den Nachhaltigkeitszielgruppen spielen. Die aktuelle Sichtweise auf die sogenannten Lohas greift jedoch deutlich zu kurz, woraus verschiedene Konsequenzen gezogen werden sollten. Darüber hinaus wagt die Studie auch eine Prognose, wohin sich die Nachhaltigkeitsbewegung entwickeln wird.

KarmaKonsum hat fünf Lohas-Typen aus der Studie in einem kurzen Video verfilmt. Wie Christoph Harrach schreibt, sind die Typen leicht überzeichnet, vermitteln aber ein gutes Bild der Segmentierungen, die in der Studie herausgearbeitet wurden.

07 Feb 2011

Neues Buch über den Klimawandel: Climatopolis von Matthew Kahn

Keine Kommentare Umwelt und Klima

Seit nun schon einigen Jahren streiten sich die Klimaforscher über das Thema Erderwärmung. Sind wirklich nur wir Menschen an dem Klimawandel schuld oder erwärmt sich die Erde nicht ohnehin alle paarhunderttausend Jahre von selbst? Erkennen wir den wirklichen Ernst der Gefahr nicht? Oder übertreiben wir doch? An diesem Punkt scheiden sich die Geister der Wissenschaft…

Climatopolis von Matthew KahnAutor Matthew Kahn glaubt, wir stecken schon mittendrin im klimatischen Wandel. Jedoch befasst er sich in seinem neuen Buch „Climatopolis: How Our Cities Will Thrive in the Hotter Future“ nicht mit der Frage wie sich der Klimawandel doch noch in letzter Sekunde vermeiden oder verringern lässt, sondern setzt sich mit möglichen Lösungen auseinander, wie wir uns dem neuen Klima anpassen und das beste daraus machen können. Matthew Kahn selbst ist Professor an der UCLA und einer der weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der Umweltökonomie. Auf seinem Blog greeneconomics.blogspot.com schreibt er regelmäßig und schildert seine Sichtweise auf aktuelle umweltpolitische Themen.

In seinem neu erschienenen Buch argumentiert er, dass Städte und Regionen sich mit der Zeit dem Wandel anpassen werden und wir Menschen sogar die globalen Klimaveränderungen positiv nutzen können ohne Mutter Natur noch wütender zu machen. Wie genau sich unser Alltag ändern wird und was für Chancen uns mit der Erderwärmung bevorstehen, erfahrt ihr in Matthew Kahns (bisher leider nur auf Englisch erschienenem) Buch „Climatopolis: How Our Cities Will Thrive in the Hotter Future“.

07 Dez 2010

Ein Selbstversuch zum Klimaschutz in den eigenen vier Wänden

2 Kommentare Nachhaltiger Konsum, Umdenken und Mitmachen, Umwelt und Klima

Klimaschutz in den eigenen vier Wänden. Ein Selbstversuch.

Anke Stöppel schrieb im Sommersemester 2009 ihre Diplomarbeit zum Thema „Klimaschutz in den eigenen vier Wänden. Ein Selbstversuch.“ Sie hatte sich die Aufgabe gestellt, möglichst viele Tipps zum Klimaschutz in den eigenen vier Wänden zusammenzustellen und diese anschließend selbst auszuprobieren. Ihre Ergebnisse sind jetzt als Buch erschienen.

Während sich die bereits vorhandene Literatur auf 11, 33 oder 50 Tipps zum Klimaschutz beschränkt, trug die Autorin über 300 Tipps zusammen. Selbstversuche dieser Art gab es bisher nur in England (Leo Hickman) und in den USA (Colin Beavan), nicht aber in Deutschland. Die Zusammenstellung von theoretischem Text und Selbstversuch ist gänzlich neu. Es folgen einige Beispiele…

Selbstversuch: Wasser sparen

Selbstversuch: Wasser sparenVor dem Duschen musste Anke Stöppel etwa 50 Sekunden lang darauf warten, dass warmes Wasser aus der Leitung kommt. Das kalte Wasser hat sie aufgefangen, um es später weiter zu verwenden. Zum Beispiel wurden damit Eier oder Kartoffeln gekocht. Nach dem Kochvorgang enthält das Wasser Mineralien und eignet sich somit als Dünger für die Pflanzen.

Selbstversuch: Wasser sparen

Die Autorin führte ständige Kontrollen durch, wann wie viel Wasser verwendet wurde. Allein durch das Führen der Strichlisten hat sich der Wasserbedarf verringert, da das schlechte Gewissen mit jedem hinzufügten Strich erneut zuschlug.

Selbstversuch: Fensterbank-Garten

Die Fensterbank wurde zum Garten. Anke Stöppel erntete zum Beispiel Tomaten, Salate, Kräuter, Paprika und Chili. Außerdem gab es Sprossen aus dem Sprossenhaus.

Selbstversuch: Ernährung

Die Autorin stellte ihre Ernährung um und ass nur noch Nahrungsmittel aus kontrolliert biologischem Anbau, die der Saison entsprachen und aus der Region kamen. Sie verzichtete fast vollständig auf Fleisch. Konservendosen und Tiefkühlkost waren gestrichen. Statt Mineralwasser gab es Leitungswasser.


Die Selbstversuche umfassten alle Bereiche des Lebens. Von der Energie über die Ressourcen, von der Ernährung bis zur Kleidung. Alle Erfahrungen sind im Buch „Klimaschutz in den eigenen vier Wänden. Ein Selbstversuch.“ zu finden.

Klimaschutz in den eigenen vier Wänden. Ein Selbstversuch.
Text und Gestaltung: Anke Stöppel
Broschiert: 332 Seiten
Verlag: Books on Demand
ISBN: 978-3839182987
Preis: 29,99 Euro

27 Mai 2010

Biolebensmittel enthalten weniger Pestizide, sind aber qualitativ nicht immer besser

2 Kommentare Gesundheit und Ernährung

Biolebensmittel sind nicht automatisch gesünder oder schmackhafter als konventionelle Lebensmittel. Nach den test-Qualtiätsurteilen gibt es im Durchschnitt auch sonst keine qualitativen Unterschiede. Allerdings bietet die Ökokost zwei Vorteile gegenüber der konventionellen: Pestizide kommen selten vor. Außerdem engagieren sich die Bioanbieter wesentlich stärker für Umwelt und Soziales als Hersteller herkömmlicher Produkte. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in der Juni-Ausgabe ihrer Zeitschrift test, für die sie eine Bilanz aus insgesamt 85 Lebensmitteltests der letzten acht Jahre gezogen hat, bei denen auch Bioprodukte geprüft worden waren.

Gesamtqualität: Bio gleichauf mit konventionell.

Sowohl bei den herkömmlichen als auch bei den Biolebensmitteln gab es Produkte mit „sehr guten“, aber auch „mangelhaften“ test-Qualitätsurteilen – und das in recht ausgewogenem Maße. Bioprodukte haben die konventionelle Konkurrenz zum Beispiel bei Vollmilch oder bei Würzölen deutlich übertrumpft. Bei nativem Rapsöl hingegen schnitten viele konventionelle Produkte besser ab.

Bei der Pestizidbelastung ist Bio klar im Vorteil.Frischem Bioobst, Biogemüse und Biotee können Verbraucher vertrauen: In 75 Prozent dieser Produkte waren gar keine Pestizide nachweisbar, hier ist Bio klar im Vorteil. Mit Keimen und der Sensorik also z. B. dem Geschmack und Geruch haben Bioprodukte heute seltener ein Problem. Obwohl viele Bioprodukte aus den Tests zwischen 30 bis 50 Prozent teurer waren als herkömmliche, unterstützt man mit ihrem Kauf eine ökologische, nachhaltige Landwirtschaft und die artgerechte Tierhaltung.

Der ausführliche Test Bioprodukte ist in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift test und online unter www.test.de/bioprodukte veröffentlicht.

19 Apr 2010

The Story of Stuff – jetzt als Buch!

Keine Kommentare Nachhaltiger Konsum, Umdenken und Mitmachen

The Story of StuffKaffeebecher, Plastikbeutel, Kekspackungen, Schuhe – unser Alltag ist voll von diesem Zeug. Aber wie entstehen alle diese Dinge und was geschieht mit ihnen, wenn wir sie mal nicht mehr brauchen? Die engagierte Umweltaktivistin und Konsumkritikerin Annie Leonard macht seit vielen Jahren nichts anderes, als diesen Fragen auf den Grund zu gehen und erforscht, wo der ganze Krempel, den wir täglich um uns ansammeln eigentlich herkommt bzw. wo er hingeht.

Annie Leonard ist vor allem durch ihr Internet-Kultvideo „The Story of Stuff“ weltweit bekannt geworden. In ihrem Film erklärt sie den Konsumkreislauf der Gesellschaft mit Hilfe von kleinen Bleistiftanimationen, die den Prozess veranschaulichen. Mehr als 8 Millionen Menschen haben sich das Video angeschaut. Jetzt ist auch das Buch erschienen.

The Story of Stuff als BuchIm Laufe ihrer Arbeit als „toxic traveller“ kam Annie Leonard in 40 Länder und hat durch ihre zweijährige Tätigkeit für Greenpeace und andere NGOs viele Fabriken, Bergwerke und Müllkippen besucht. In ihrem Buch berichtet Annie Leonards von Familien in Bangladesch, die auf Müllkippen leben, oder von Näherinnen in Haiti, die seit Jahren um menschenwürdigere Arbeitsverhältnisse kämpfen. „The Story of Stuff“ zeigt uns die Folgen unserer Wegwerfgesellschaft und hilft, den kompletten Konsumkreislauf und die damit verbundenen sozialen und ökologischen Folgen zu verstehen. Annie Leonards Bestseller für bessere Menschen ist bei Amazon.de für 18 Euro erhältlich. Mehr Infos zum Buch und viel Bonusmaterial erhaltet ihr auch auf www.storyofstuff.com.

06 Apr 2010

Öko-Strom ist nicht immer ökologisch

3 Kommentare Nachhaltiger Konsum, Umwelt und Klima

Eigentlich möchten Verbraucher, die Öko-Strom beziehen, dazu beitragen, dass mehr Energie aus regenerativen Quellen ins Netz kommt. Doch sie bewirken oftmals genau das Gegenteil: Der Umstieg deutscher Haushalte auf Öko-Strom sorgt direkt für den Bau zusätzlicher Kohle- und Atomkraftwerke. Das prangert das Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST an. Denn die Strategie einiger Energieversorger ist es zum Beispiel, im Inland Öko-Strom zu vermarkten, der meist bei alten Wasserkraftwerken im Ausland eingekauft wird. Der ausländische Stromproduzent schließt die auftretende Angebotslücke, indem er in neue Kohle- oder Atomkraftwerke investiert. Es gibt noch eine andere Art der Schönfärberei, die Jürgen Stellpflug, Chefredakteur des ÖKO-TEST-Magazins, kritisiert: „Manche Stromkonzerne, die alle Arten von Energieerzeugung und maßgeschneiderte Tarife im Portfolio haben, bieten zwar der wachsenden Zahl von grünen Verbrauchern Öko-Strom an. Doch das geht auf Kosten des restlichen Energiemix, der einfach weniger Öko-Strom beinhaltet.

Dennoch gibt es auch Stromtarife, die durchaus empfehlenswert sind. Öko-Stromanbieter wie Naturstrom, Lichtblick, Greenpeace, Genial Grün, Naturenergie und Naturwatt heben sich als reine Ökostrom-Anbieter durch einen breit ausgelegten Öko-Energiemix mit neuer Technologie von der Masse ab.

Bei der Auswahl eines neuen Energieanbieters rät ÖKO-TEST Verbrauchern, sich umfassend über die Herkunft des Stroms zu informieren. Blumige Beschreibungen sollte man nicht akzeptieren, denn hinter dem Begriff „regenerative Stromquellen“ kann sich vieles verbergen wie 100 Prozent Wasser. Ob das Wasser aus alten abgeschriebenen Anlagen oder aus neuen Wasserwehren kommt, hier sind die Aussagen der Hersteller oftmals wenig detailliert.

Das ÖKO-TEST-Magazin feiert 25-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass finden Leser in der aktuellen April-Ausgabe noch mehr Tests als sonst. Das Heft kostet 3,80 Euro und ist seit dem 26. März 2010 im Zeitschriftenhandel erhältlich.