Thema: Social Entrepreneurs

30 Dez 2011

Polarstern hilft bei der Energiewende in Deutschland und in Kambodscha

1 Kommentar Nachhaltiger Konsum, Social Entrepreneurs

Energiewende in Kambodscha

Energieversorger PolarsternBisher gibt es wenige Social Entrepreneurs im Energiemarkt. Jetzt ist ein neues Unternehmen dazu gekommen: Der Energieversorger Polarstern verbindet die europäische Energiewende und Entwicklungszusammenarbeit mit Kambodscha. Das Konzept: Für die Energiewende müssen möglichst viele Menschen weltweit umsteigen. Mit Polarstern fangen die Verbraucher in Deutschland bei sich selbst an und helfen damit gleichzeitig denen, die nicht die Wahl haben.

Im ersten Schritt arbeitet Polarstern also an der Energiewende hier in Europa. Allen Kunden in Deutschland bietet Polarstern nicht nur 100% Ökostrom aus Wasserkraft sondern auch 100%iges Ökogas aus Reststoffen. Das bedeutet, es werden keine Rohstoffe extra für die Biogasproduktion angepflanzt und dann viele Kilometer weit per LKW in die Biogasanlagen transportiert. Wo Reststoffe ohnehin anfallen, wird daraus direkt Ökogas gewonnen. Ganz einfach – und selbstverständlich kontrolliert und zertifiziert vom TÜV Nord. Damit ist Polarstern der erste und bisher einzige Anbieter von 100%igem Ökogas aus Reststoffen in Deutschland. Auch der Ökostrom von Polarstern ist vollständig klimaneutral. Um die Energiewende noch weiter voranzutreiben, investiert Polarstern gleichzeitig für jede Kilowattstunde Strom oder Gas in den Ausbau von Wind-, Wasser-, Solar- oder Biomasse-Kraftwerken. Dafür bekam Polarstern das Grüner Strom Label in Gold verliehen.

Der zweite Schritt: Für jeden neuen Ökostrom- oder Ökogaskunden hier in Deutschland unterstützt Polarstern eine Familie in Kambodscha beim Bau ihrer eigenen Biogasanlage. Mit Hilfe dieser Anlage kann die Familie ihr eigenes Ökogas zum Kochen oder für Beleuchtung produzieren. Polarstern hilft, Ökogas aus den Reststoffen zu gewinnen, die sie bereits haben: die Gülle ihrer Rinder und Schweine. Ohne komplizierte Technik, sondern einfach, robust, wartungsarm und sehr effizient. Polarstern geht es darum, dass die europäischen Privilegien auch den Menschen zugute kommen, die ansonsten keine andere Wahl hätten, als zu Lasten der Umwelt zu leben.

Den Gründern von Polarstern geht um die Zukunft. Wie kann die Energiewende funktionieren? Wie sieht nachhaltige Energieversorgung aus? Wir stehen vor großen, zugleich lokalen wie globalen Herausforderungen. Es ist höchste Zeit umzudenken. Der Wechsel des Energieanbieters ist vielleicht nur ein kleiner Schritt, doch dafür kann ihn jeder Kunde im Rahmen seiner Möglichkeiten mitgehen. Und was überrascht: Die Preise von Polarstern sind durchaus konkurrenzfähig.

05 Okt 2011

Naturparks statt Modetrends: Wie Douglas Tompkins die Wildnis rettet

5 Kommentare Social Entrepreneurs, Umwelt und Klima
The Conservation Land Trust

Foto: The Conservation Land Trust

Der US-amerikanische Umweltaktivist und Naturschützer Douglas Tompkins, Jahrgang 1943, ist mittlerweile einer der größten privaten Grundbesitzer weltweit. Tompkins verkaufte 1968 bzw. 1990 seine Anteile an den selbst gegründeten Textilfirmen Esprit und Northface für 250 Millionen Dollar, um in Chile und Argentinien Land zu kaufen sowie das gekaufte Land in ein Naturschutzgebiet umzuwandeln.

Douglas und Kris Tompkins

Foto: Sam Beebe/ Wikipedia

Seit dem Jahr 1989 kaufte Tompkins ungefähr 325.000 Hektar Land im südlichen Chile, eine Fläche so groß wie das Land Hamburg und Saarland zusammen. Dabei zieht sich die Fläche vom Stillen Ozean bis zu den Höhenzügen der Anden und an die Grenze von Argentinien. Inzwischen steht das Areal mit dem Namen Parque Pumalin unter Naturschutz und wird von der Umweltstiftung EDUCEC Education, Ciendiay Ecologia verwaltet. Die dort lebenden Siedlerfamilien zahlte er aus, obwohl die meisten Menschen dort keinen Rechtstitel für das Land besaßen. Zudem baute die Stiftung eine Schule und unterstützt im nahegelegenen Chaiten das kirchliche Radioprogramm. Des Weiteren ist der Park mit ungefähr 150 Dauerarbeitsplätzen der größte Arbeitgeber der Region.

Im Jahr 2005 erhielt der Park von der chilenischen Regierung den Titel „santuario de la naturaleza“. Hierdurch hat der Umweltschutz in diesem Gebiet oberste Priorität. Zudem sind Industrieansiedlungen nicht gestattet. Im Jahr 1991 kaufte Tompkins die Renihue-Ranch, um das mit Regenwald bewachsene Areal zu schützen. Zudem erwarb er mit seiner Umweltstiftung The Conservation Land Trust in den Folgejahren weitere Flächen Land. Zu seinen Projekten gehört auch das Sumpfgebiet Esteros del Ibera, das im Nordosten von Argentinien liegt. Dieses Gebiet zählt zu den wichtigsten Frischwasser-Reservoirs in Südamerika. Dabei soll dieses spezifische Ökosystem durch die Schaffung eines Naturschutzgebietes erhalten bleiben. Weiterlesen

01 Aug 2011

Individuelle Massivholz-Möbel nach Maß: Günstig und zugleich nachhaltig?

1 Kommentar Nachhaltiger Konsum, Social Entrepreneurs

Individuelle Massivholz-Möbel nach Maß

Auf www.massivkonzept.com können Interessierte ihre Wunschmöbel selber auf den Zentimeter genau planen und kaufen. Ob Bücherregal oder Sideboard, Kleider- oder Aktenschrank, Tisch oder Bett, die Firma Massivkonzept GmbH hat ein Programm entwickelt, mit dem die individuelle Planung kinderleicht funktioniert.

Entstanden ist die Idee aus der Not heraus, dass maßgefertige Möbel aus Massivholz auf herkömmlichen Wege sehr teuer sind. Durch eine schlanke Produktionslinie, das Verzichten auf stationäre Geschäfte und den reinen Online-Verkauf sind Preise bis zu 70% unter Tischlerpreisen möglich. „Unsere Kundengruppe sind junge, berufstätige Pärchen und vielfach auch Menschen ab 60 Jahren. Denen scheint die Regalplanung zu Hause am meisten Spaß zu machen, da wir häufig ziemlich professionelle Zeichnungen zugeschickt bekommen“, sagt Daniel Kollmann, einer der Gründer.

Doch da hören die Ideen nicht auf. Von Anfang an war das Thema Nachhaltigkeit und soziales Engagement sehr wichtig für das Unternehmen. Massivkonzept arbeitet mit einer internationalen Non-Profit-Organisation zusammen. Für jedes verkaufte Möbelstück wird im Namen der Kunden Geld an die Organisation gespendet, die davon Bäume pflanzt. Bisher sind über 20.000 gepflanzt wurden. Das Ziel liegt bei 100.000 Stück bis Ende des Jahres.

07 Apr 2011

TerraCycle sammelt Abfall für den guten Zweck

2 Kommentare Social Entrepreneurs, Umdenken und Mitmachen

TerraCycle„Abfall abschaffen!“ So lautet das Motto von TerraCycle, einem Unternehmen, das einen einzigartigen Wiederverwertungstrend geschaffen hat. Von Weinfässern über MP3 Playern zu Zahnpastatuben recycelt und upcycelt das Unternehmen verschiedenste Verpackungen und Produkte, die ansonsten schwer wiederzuverwerten sind. Was die Recycling-Programmen so besonders macht, ist die Kooperation mit bedeutenden Konsumgütermarken, das aktive Engagement von den Verbrauchern und die Unterstützung von gemeinnützigen Projekten.

TerraCycle arbeitet mit 60 Marken in 12 Ländern zusammen, um Lösungen für ihre Verbrauchsverpackungen und Fabrikabfälle zu finden. Zu den Kooperationspartnern gehören unter anderen Marken wie Johnson&Johnson, Kraft, Mars, und Nestle. Durch diese Partnerschaften können die Recycling-Programme kostenlos angeboten und Geld für wohltätige Zwecke gespendet werden.

Je nach Sammelprogramm, Brigade genannt, können sich Bildungseinrichtungen, Unternehmen, Institutionen oder Privatpersonen anmelden und die jeweiligen Verpackungen oder Produkte portofrei einschicken. Pro Abfalleinheit, die in ein TerraCycle Lager eingeht, werden dann 2 Cent an eine gemeinnützige Organisation nach Wahl des Teilnehmers gespendet. Die Brigaden tragen somit nicht nur zu einer nachhaltigeren Verarbeitung von Abfallmaterialien bei, sondern fördern auch das Umweltbewusstsein von Verbrauchern und unterstützen gleichzeitig gemeinnützige Organisationen. Derzeit sammeln weltweit über 15 Millionen Menschen Abfall für TerraCycle, deren Einsatz monatlich zu Spenden um rund 100.000 Euro beiträgt.

Ein leerer Stift ist kein nutzloser Restmüll, sondern Rohstoff für neue Produkte.

Jetzt startet TerraCycle in Kooperation mit dem Stiftehersteller BIC das erste Recycling-Programm für leere Stifte in Deutschland. Bildungseinrichtungen, Unternehmen, Institutionen und Vereine können ab sofort Schreibgeräte und Korrekturmittel aller Marken sammeln und einschicken. Diese werden dann zu neuen Produkten wie Stiftehalter oder Gießkannen verarbeitet. Ein leerer Stift ist also kein nutzloser Restmüll, sondern Geld wert und Rohstoff für neue Produkte. „Sammeln statt wegwerfen“, lautet deshalb die Devise!

13 Feb 2011

Serie über Social Entrepreneurs: co2online ist das Netzwerk für den Klimaschutz

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Social Entrepreneurs“ sind die neuen Helden der globalen Zivilgesellschaft. Sie wollen mehr erreichen als nur Wachstum und Gewinn, sie wollen die Welt besser machen. Und sie engagieren sich dort, wo der Staat Hilfen kürzt oder Unternehmen keine Gewinne erwarten. In dieser Serie stelle ich einige Social Entrepreneurs aus dem Ashoka Fellowship-Programm vor.

co2onlineJohannes Hengstenberg zeigt, dass Klimaschutz nicht nur Sache von Wissenschaft, Regierung und Unternehmen ist, sondern jeder einfach dazu beitragen kann – und dabei sogar Geld spart: Sein co2online-Ratgeber und seine Heizspiegel ermöglichen es, Kosten für privaten Energieverbrauch zu senken. Seine Website berät automatisiert, aber individuell, wie energieeffiziente Elektrogeräte oder die Modernisierung des Hauses sich auch finanziell lohnen. Über das pragmatische Argument des Geldsparens holt er auch jene Bürger ab, die nicht primär ökologisch motiviert sind. Mehr als 2,5 Millionen Tonnen CO2 vermeiden die über zwei Millionen Nutzer seit Beginn der „Klima sucht Schutz“-Kampagne Mitte 2004 – jede Woche kommen 10.000 Nutzer dazu.


Autorin: Sandra Klein. Der Artikel ist aus „MUM – Markt & Medien“ (Ausgabe Mai 2010). Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der ÖKO-TEST Verlag GmbH.

Hier findest Du weitere Beispiele für Social Entrepreneurs…

10 Feb 2011

Serie über Social Entrepreneurs: Die Regionalwert AG unterstützt nachhaltige Landwirtschaft

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Social Entrepreneurs“ sind die neuen Helden der globalen Zivilgesellschaft. Sie wollen mehr erreichen als nur Wachstum und Gewinn, sie wollen die Welt besser machen. Und sie engagieren sich dort, wo der Staat Hilfen kürzt oder Unternehmen keine Gewinne erwarten. In dieser Serie stelle ich einige Social Entrepreneurs aus dem Ashoka Fellowship-Programm vor.

In Deutschland hat die Landwirtschaft zu einem großen Teil ihren regionalen Bezug verloren. Fehlende Hofnachfolgekonzepte, aufgegebene lokale Wirtschaftsstrukturen und keine Finanzierungsmöglichkeiten für Investitionen sind nur einige Beispiele der zahlreichen Probleme lokaler, nachhaltiger Kleinbetriebe. Mit der Regionalwert AG hat Christian Hiß ein Finanzierungsmodell speziell für Bürger und andere Kleininvestoren geschaffen. Die Aktionäre bringen wirtschaftlich stärkere Branchen der Wertschöpfungskette mit schwächeren, aber sozial und ökologisch wichtigen Bereichen zusammen. Dadurch wird dringend benötigtes Kapital mobilisiert.


Autorin: Sandra Klein. Der Artikel ist aus „MUM – Markt & Medien“ (Ausgabe Mai 2010). Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der ÖKO-TEST Verlag GmbH.

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09 Feb 2011

Serie über Social Entrepreneurs: JobAct hilft Langzeitarbeitslosen

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Social Entrepreneurs“ sind die neuen Helden der globalen Zivilgesellschaft. Sie wollen mehr erreichen als nur Wachstum und Gewinn, sie wollen die Welt besser machen. Und sie engagieren sich dort, wo der Staat Hilfen kürzt oder Unternehmen keine Gewinne erwarten. In dieser Serie stelle ich einige Social Entrepreneurs aus dem Ashoka Fellowship-Programm vor.

Die Folgen von Langzeitarbeitslosigkeit führen für junge Menschen schnell zu einem sinkenden Selbstwertgefühl, zu sozialer Isolation und somit zu einem Teufelskreis, aus dem im Durchschnitt nur 30 Prozent der jugendlichen Teilnehmer durch klassische Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen befreit werden können. Sandra Schürmann hat mit JobAct ein Konzept entwickelt, das Jugendlichen den Einstieg in die Arbeitswelt erleichtert. JobAct verbindet theaterpädagogische Methoden und Biografiearbeit mit klassischem Bewerbungsmanagement. Alle Teilnehmer absolvieren zudem ein Betriebspraktikum, aus denen in 60 Prozent der Fälle eine Festanstellung resultiert.


Autorin: Sandra Klein. Der Artikel ist aus „MUM – Markt & Medien“ (Ausgabe Mai 2010). Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der ÖKO-TEST Verlag GmbH.

Hier findest Du weitere Beispiele für Social Entrepreneurs…