Thema: Umwelt und Klima

24 Aug 2011

CNN sucht grüne Projekte aus deutschen Städten für die Sendereihe „Road to Durban: A Green City Journey“

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Road to Durban: A Green City JourneyIn dieser Woche startet CNN International die neue Sendereihe Road to Durban: A Green City Journey. Im Vorfeld der Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen im südafrikanischen Durban im Dezember zeigt die Sendung, was Städte rund um den Globus gegen den Klimawandel unternehmen. Die erste Sendung kommt aus Großbritannien, weitere Folgen stellen Projekte aus Deutschland, der Türkei, Kenia und Südafrika vor. Für die zweite Ausgabe von Road to Durban: A Green City Journey im September sucht CNN noch bemerkenswerte Projekte und Ideen aus deutschen Städten.

Wenn Anfang Dezember die Vereinten Nationen zum 17. Weltklimagipfel in die südafrikanische Hafenstadt Durban rufen, schaut die Welt wieder genauer hin, wie die Staatengemeinschaft den Klimawandel bekämpfen will. CNN macht sich schon heute mit einem Korrespondententeam auf die Reise nach Durban und stellt ab sofort jeden Monat Projekte von Forschern, Unternehmern, Politikern, Initiativen und Privatpersonen vor, die einen besonderen Beitrag für eine lebenswerte Zukunft in grüneren Städten leisten. Die neue Sendereihe Road to Durban: A Green City Journey startet diese Woche mit Großbritannien (Sendezeiten siehe Webseite zur Sendung: http://cnn.com/greenjourney).

Die zweite Ausgabe von Road to Durban: A Green City Journey wird Klimaschutz-Projekte aus deutschen Städten vorstellen. Für die Sendung im September (Erstausstrahlung 21.9., 9:30 und 19:30 Uhr) sucht CNN ab sofort Ideen und Projekte von Städten, Unternehmen, Initiativen und Privatpersonen. Die CNN-Redaktion wählt aus den Einreichungen Projekte aus, die vor Ort mit einem Kamerateam gedreht und in der Sendung ausgestrahlt werden. Außerdem werden ausgewählte Beiträge auch direkt in die Sendung übernommen oder auf CNN.com gezeigt. Weiterlesen

09 Aug 2011

Danone reagiert auf die Vorwürfe der Deutschen Umwelthilfe

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Die Danone GmbH weist den von der Deutschen Umwelthilfe erhobenen Vorwurf entschieden zurück, mit Werbung für Joghurtbecher aus Biokunststoff Verbraucher in die Irre zu führen. „Wir haben unsere Verpackung gemeinsam mit dem WWF entwickelt. Die Bezeichnung ‚umweltfreundlichere Verpackung‘ auf unseren Activia-Bechern ist somit absolut korrekt. Schließlich bestehen die Becher aus dem nonfossilen Verpackungsmaterial PLA, dessen verbesserte Umweltfreundlichkeit durch das IFEU-Institut bestätigt wurde“, sagt Andreas Ostermayr, Geschäftsführer Danone Deutschland.

Das Activia PLA-Projekt wurde von Danone und der Umweltstiftung WWF gemeinsam ins Leben gerufen und wird kontinuierlich weiterentwickelt. „Das PLA-Projekt zeigt, dass es auch ohne Erdöl in der Verpackung geht. Bei PLA besteht die Möglichkeit, in Zukunft einen geschlossenen Recyclingkreislauf zu etablieren, was einen weiteren zusätzlichen Umweltvorteil bedeutet. Wir müssen jetzt auf nachwachsende Rohstoffe setzen – das ist das wegweisende Signal dieses Projekts“, sagt WWF-Experte Dr. Bernhard Bauske.

Die DUH müsse sich fragen lassen, welche Position sie gegenüber dem zukunftsträchtigen und anerkannten nonfossilen Verpackungsmaterial PLA für Lebensmittel einnehmen wolle und wie sie es künftig zu unterstützen gedenkt, so Danone. Weiterlesen

27 Jul 2011

Die Deutsche Umwelthilfe mahnt Danone wegen irreführender Werbung ab

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Danone Activia

Foto: DANONE GmbH

Die Deutsche Umwelthilfe hat Danone wegen irreführender Werbung für die neue Activia-Joghurtbecher aus Bioplastik abgemahnt. Eine IFEU-Studie belegt, dass Joghurtbecher aus so genanntem Biokunststoff keine gesamtökologischen Vorteile gegenüber herkömmlichen Plastikbechern haben. Der DUH-Bundesgeschäftsführer Resch fordert einen Stopp der Verbrauchertäuschung und kündigt eine Klage gegen Danone an.

Mit der Einführung von Joghurtbechern aus dem so genannten Biokunststoff Polymilchsäure (PLA), auf Basis von Maisstärke, will sich die Danone GmbH ein vermeintlich grünes Image verschaffen. Eine zentrale Rolle in der aktuellen Werbekampagne von Danone für seine Biokunststoffbecher spielt eine Ökobilanz, die im Auftrag des Unternehmens vom renommierten IFEU-Institut erstellt wurde. Der Umwelt- und klageberechtigte Verbraucherschutzverband Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) hat allerdings erhebliche Diskrepanzen zwischen den Ergebnissen der Ökobilanz und der von Danone kommunizierten vermeintlichen Umweltvorteile des neuen Activia-Joghurtbechers festgestellt.

„Der vermeintlich grüne Schein vom neuen Activia-Becher verblasst beim Lesen der Ökobilanz sehr schnell“, erklärt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. „Statt auf tatsächlich umweltfreundliche Verpackungen umzustellen, täuscht Danone seine Kunden und versucht mit sprachlichen Tricks den neuen Activia-Becher als besonders umweltfreundlich darzustellen“. Die gezielt verzerrende Kommunikationsstrategie von Danone sei ein „Musterbeispiel für Greenwashing“ und eine „ungewöhnlich dreiste Art der Verbrauchertäuschung“. Die DUH fordert die Danone GmbH zum sofortigen Stopp der irreführenden Verbraucherinformation zu den Activia-Bechern aus PLA sowie zur Prüfung des Einsatzes von Verpackungsmaterialien mit wirklichen Umweltvorteilen auf. Weiterlesen

22 Jun 2011

Aufruf zur Teilnahme am Wettbewerb „RecyclingDesignpreis 2012“

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RecyclingDesignpreis 2012Zum fünften Mal lobt der Arbeitskreis Recycling e.V./ RecyclingBörse! den „RecyclingDesignpreis“ aus. Der RecyclingDesignpreis ist ein „offener“ Wettbewerb, bei dem ohne Altersbeschränkung alle Kreativen, Designer/innen und Gestalter/innen mit professioneller oder semiprofessioneller Ausbildung eingeladen sind, ihre Arbeiten und Entwürfe einzureichen.

Es ist gefordert, aus „Abfall“ und/ oder industriellen/ handwerklichen Produktionsrückständen Objekte und Gegenstände für den alltäglichen praktischen Gebrauch oder für Dekorations-und Ausstattungszwecke zu entwerfen. Ausgeschlossen sind Materialien, für die es ein Pfandsystem gibt. Durch die Verwendung und den Gebrauch von weggeworfenen Dingen soll Nutzloses nutzbar gemacht werden. Das scheinbar Nutzlose, Weggeworfene soll für neue Produkte wiederverwendet werden. Das Spektrum gefragter Entwicklungen reicht von Deko-Artikeln über Möbel und Kleidung/Textilien bis Accessoires. Es gilt, den „verborgenen Sinn weggeworfener Dinge“ zu entdecken und nutzbar zu machen. Einsendeschluss für Designer/innen und Designstudierende ist der 31.Oktober 2011.

28 Mai 2011

Was bedeutet die Wertstofftonne für den Verbraucher?

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Was bedeutet die Wertstofftonne für den Verbraucher?

Quelle: Rolf van Melis / pixelio.de

1991 wurde mit der Einführung der Verpackungsverordnung in Deutschland der Grundstein für die getrennte Sammlung von Abfällen in deutschen Haushalten gelegt. Damals noch neue Begriffe wie gelbe Tonne oder „Der Grüne Punkt“ sind inzwischen jedem Verbraucher bekannt. Eine Verbraucherbefragung der Arbeitsgemeinschaft Verpackung + Umwelt e.V. hat ergeben, dass es mehr als 90% der Verbraucher gut finden, Wertstoffe getrennt zu sammeln, um sie dem Recycling zuzuführen.

Die Bundesregierung muss nun die EU Richtlinie 2008/98/EG vom 19.11.2008 umsetzen. Dabei soll die Wertstofftonne eingeführt werden, um die werthaltigen Abfälle aus privaten Haushalten effizienter als bisher zu erfassen, sie hochwertig zu verwerten und um deren Ressourcenpotential nachhaltiger zu nutzen. Am 30.03.2011 wurde ein entsprechender Gesetzesentwurf des Kreislaufwirtschaftsgesetzes durch die Bundesregierung beschlossen, über den nun in den parlamentarischen Gremien entschieden wird.

Doch was genau bedeutet die Wertstofftonne für den Verbraucher?

Während in der gelben Tonne oder dem gelben Sack bisher ausschließlich Verpackungsabfälle gesammelt werden, sollen über die Wertstofftonne zukünftig „stoffgleiche Nichtverpackungen“ gesammelt werden. Stoffgleiche Nichtverpackungen sind Gegenstände, die aus den gleichen Materialien (Kunststoff oder Metall) wie der Verpackungsmüll bestehen, aber keine Verpackungen sind, sondern Produkte wie z.B. Pfannen, Töpfe, Schüsseln, Dekoartikel, altes Spielzeug usw. Noch ist unklar, ob auch alte Elektrogeräte wie Handys, Radios oder Computerzubehör in der Wertstofftonne entsorgt werden dürfen. Dies wird erst im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens oder in einer möglichen Wertstoffverordnung festgelegt.

Unklar ist derzeit auch noch, ob die Wertstofftonne tatsächlich in Form einer zusätzlichen Tonne zur gelben Tonne bzw. dem gelben Sack eingeführt wird. Über die konkrete Ausgestaltung gibt es unterschiedliche Vorstellungen. Diese reichen von der Einführung einer zusätzlichen roten Wertstofftonne über einen roten Sack, der in die gelbe Tonne geworfen wird, bis zu einer gemeinsamen Sammlung nur über die gelbe Tonne.

Die unterschiedlichen Vorstellungen hängen vermutlich damit zusammen, dass es bei diesem Thema um viel Geld geht. Haben die Abfälle einen Wert, weil sie über das Recycling wieder zu nachgefragten Rohstoffen gemacht werden können, so möchten sowohl die Kommunen als auch die dualen Systeme ihre Anteile an dem Sammelgemisch nicht durch eine gemeinsame Sammlung verwischen oder verlieren. Derzeit zeichnet sich deshalb ab, dass es regional sehr unterschiedliche Lösungen für die Wertstofftonne geben wird. Es bleibt zu hoffen, dass am Ende eine bürgerfreundliche Lösung entsteht. Eine weitere Tonne, die Platz wegnimmt, ist wohl nicht für jeden Bürger optimal.

Unabhängig von den derzeit noch offenen Fragen, ist die Einführung einer Wertstofftonne aus ökologischer Sicht ein sinnvoller Beitrag zur Verbesserung der Ressourceneffizienz. Um eine möglichst gute Lösung für die offenen Fragen zu finden, läuft derzeit unter Beteiligung der verschiedenen Akteure am Markt ein Planspiel zur Fortentwicklung der Verpackungsverordnung, das vom Umweltbundesamt im Auftrag des Bundesumweltministeriums betreut wird. Bleibt abzuwarten, was dabei herauskommt…


Dieser Gastbeitrag ist von Nicola, die als Juristin im Bereich Verpackungsverordnung und Abfallentsorgung tätig ist. Vielen Dank!

12 Mai 2011

Die 15 größten Seeschiffe stoßen mehr Schwefeloxide aus als alle Autos weltweit

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Kreuzfahrtschiffe stoßen viel Schwefeloxid aus

© www.urlauberschiff-fritzheckert.de / pixelio.de

Pünktlich zum Hamburger Hafengeburtstag hat der NABU Bundesverband seine Kampagne „Mir stinkt’s! Kreuzfahrtschiffe sauber machen!“ gestartet. „Es ist kaum zu glauben, aber wahr: Die 15 größten Seeschiffe der Welt stoßen jährlich mehr schädliche Schwefeloxide auf als alle 760 Millionen Autos weltweit. Und kein einziges der luxuriösen Kreuzfahrtschiffe, die jetzt mit großen Fanfaren in Hamburg einlaufen, würde die Abgasnormen schaffen, die für Autos oder Lastwagen schon lange gelten“, sagte Alexander Porschke, Landesvorsitzender des NABU Hamburg, auf der Pressekonferenz zum Auftakt. „Insbesondere an den Küsten und in den Häfen leiden die Anwohner unter der giftigen Abgaswolke und haben im wahrsten Sinne des Wortes die Nase voll“, betonte Porschke. In der Nordsee werden bis zu 90 Prozent der Schiffsabgase innerhalb von 90 Kilometern Entfernung zur Küste in die Luft geblasen. „Hamburg schmückt sich mit dem Titel ‚Europäische Umwelthauptstadt‘, dann muss der Senat auch für eine bessere Seeschifffahrt sorgen und endlich etwa die lange versprochenen Landstromanschlüsse und ein umweltorientiertes Gebührensystem realisieren“, forderte Porschke.

Prof. Dr. James Corbett, einer der renommiertesten Experten für Schiffsabgase, unterstützt die Kampagne des NABU. Per Videobotschaft teilte er die Ergebnisse seiner Studien mit, die zeigen, dass die Schiffsemissionen weltweit jedes Jahr bis zu 60.000 vorzeitige Todesfälle verursachen. „Allein in Europa sterben daran bis zu 24.000 Menschen vorzeitig, die wachsende Zahl der Kreuzfahrtschiffe ist dafür mitverantwortlich, deshalb müssen wir dringend handeln“, so Corbett.

Statt auf vergleichsweise sauberen Schiffsdiesel zu setzen, verfeuern die Kreuzfahrtschiffe auf hoher See nach wie vor ungeniert Rückstandsöl (auch als Schweröl bezeichnet), den dreckigsten aller Kraftstoffe. „Was den Autos an Land längst verboten ist, ist für Schiffe skandalöser Alltag. Die Ozeanriesen sind schwimmende Müllverbrennungsanlagen, aber ohne Abgasreinigung. Hinter der polierten Fassade von AIDA, TUI und Queen Mary II stinkt es gewaltig“, kritisierte NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger. Tatsächlich verweigern die blendend weißen Luxusliner bislang wirksame Maßnahmen zur Reduzierung der gesundheitsschädlichen Rußpartikel- und Schwefelemissionen. „Mit gigantischem Marketingaufwand zeigen sich die Reedereien auf Hochglanzseiten – doch tatsächlich blasen ihre Luxusliner riesige Abgaswolken in die Luft, selbst wenn sie in Hafenstädten mit laufendem Motor vor Anker liegen. Deshalb muss hier zuerst angesetzt werden“, so Oeliger.

„Wir wollen endlich wirksame Maßnahmen sehen, dafür müssen die Kreuzfahrtunternehmen ihren Kurs ändern indem sie endlich auf die Verbrennung des Sondermülls Schweröl verzichten und auf Schiffsdiesel umsteigen“, sagte NABU-Kampagnenleiterin Lucienne Damm. Das sei ein sofort umsetzbarer Schritt, um die gefährlichen Ruß-, Schwefel-, und Stickoxidemissionen erheblich zu reduzieren. Auch Rußfilter, bei Diesel-Pkw oder Lastwagen seit Jahren Standard, ließen sich dann auf Schiffen installieren. „Für kleinere Schiffe und Motoren gibt es diese Technik bereits, für die weitere Entwicklung auch für große Schiffe, ist die Kooperation mit den Kreuzfahrtschiffbetreiber nötig“, erklärte Damm. So fordert der NABU insbesondere die Reedereien der deutschen Marktführer AIDA und TUI auf, endlich mit gutem Beispiel voranzugehen. „Eine intakte Umwelt ist das Kapital jeder Kreuzfahrtreise, deshalb muss die Luftverpestung der Ozeanriesen endlich ein Ende haben“, so der NABU.

07 Mai 2011

Hat E10 eine positive Ökobilanz?

1 Kommentar Auto und Mobilität, Umwelt und Klima
Ökobilanz von E10

© Gabi Schoenemann / pixelio.de

Neben der Benzinpreisentwicklung und Verträglichkeitsdiskussion bestimmt vor allem die Ökobilanz von E10 die öffentliche Meinung zum neuen Biokraftstoff. Denn offizielles Kernziel der Einführung von E10 ist die Reduktion des CO2-Ausstoßes. Die nach Protesten erlassene Nachhaltigkeitsverordnung der Regierung verlangt, dass Biokraftstoffe gegenüber herkömmlichen fossilen Kraftstoffen mindestens 35% an CO2 einsparen müssen. Rein gesetzlich ist damit die Umweltbilanz von angebotenem E10 positiv, da mindestens 35% weniger CO2 ausgestoßen wird – zumindest rechtstheoretisch. Praktisch wird dies von vielen Umweltorginationen und Verbänden bezweifelt.

Der neue Biokraftstoff E10 unterscheidet sich nur durch 5% (Volumenprozent) mehr Bioethanol vom bisherigen Superbenzin, das bereits bis zu 5% Bioethanol beinhalten durfte. Die geforderten 35% müssten also von den maximal 5% mehr an Bioethanol herrühren. Dass dies praktisch eher fragwürdig ist, leuchtet auf den ersten Blick ein. Berechnungen des Umweltinstituts ergaben, dass maximal 3,5% CO2 dadurch eingespart werden können. Selbst dann könnte aber ein positiver Nutzen für die Umwelt bestehen. Letztlich kommt es daher auf die Ökobilanz von Bioethanol an.

Bioethanol kann aus mehreren Pflanzen gewonnen werden, in Deutschland vor allem aus Zuckerrüben und Weizen. Natürlich wird bei der Verbrennung von E10 auch CO2 frei, allerdings absobierten die Energiepflanzen während ihrer Wachstumsphase auf den Feldern bereits CO2, so dass sich diese Bilanz insoweit ausgleicht. Berücksichtigt man allerdings auch Anbau, Ernte und Verarbeitung dieser Energiepflanzen, ist eine positive Umweltbilanz bereits fragwürdig. Hauptargument von Umweltschützern und E10-Gegnern sind die so genannten indirekten Landnutzungsänderungen. Denn die Nahrungsmittelproduktion bleibt mindestens konstant, so dass für die neuen Energiepflanzen neue, zusätziche Anbauflächen erschlossen werden müssen. Hierfür werden vielfach für die CO2-Bilanz wichtige Flächen wie Wiesen oder Wälder geopfert. Dadurch verschlechtert sich die CO2-Bilanz von E10 umfassend betrachtet nochmals.

Natürlich streiten sich die Experten beider Lager über Umfang und Auswirkungen im Einzelnen. Klar wird aber allein an dieser Zusammenstellung, dass ein möglicher positiver Effekt für die Umwelt nicht groß sein kann. Insofern ist es doppelt schade, dass die Politik aus Imagegründen E10 so überhastet eingeführt hat. Bessere Prüfung, Vorbereitung und Information hätte viele Probleme erspart. Allerdings ist die Einführung von E10 im Kern keine nationale disponible Angelegenheit, sondern durch EU-Recht beschlossen und vorgeschrieben für alle Mitgliedstaaten.

Effizienter dürfte es daher sein, sparsamer zu fahren und sparsamere Autos zu bauen. Auch wenn die deutschen Autohersteller hier nach Ansicht vieler Experten zu wenig aktiv werden, die steigenden Benzinpreise sollten zumindest bewusstes, reduziertes Autofahren forcieren.


Vielen Dank an Robert Hartl von E10-Kraftstoff.de für diesen Gastbeitrag.