Thema: Umwelt und Klima

21 Mrz 2011

Atomkatastrophe in Japan: Wie kann der Atomausstieg in Deutschland gelingen?

3 Kommentare neue Technologien, Umwelt und Klima

Atomkatastrophe in Japan

Die Welt ist entsetzt über die Atomkatastrophe in Japan. Nach diesem Desaster muss und wird sich auch in der Energiepolitik in Deutschland Wesentliches verändern. Die Bundesregierung hat zunächst mit einem so genannten Moratorium für die erst im vergangenen Herbst beschlossene Laufzeitverlängerung reagiert. In einem ersten Schritt sind sieben Reaktoren sofort vom Netz genommen worden. Die Bundeskanzlerin hat in ihrer Regierungserklärung am 17. März 2011 ausgeführt, dass die Regierung den Ausbau der Erneuerbaren Energien nun beschleunigen will, um den Umstieg auf eine nachhaltige Energieversorgung schneller zu ermöglichen.

Doch wie kann der Umstieg gelingen? Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) präsentiert nun konkrete Vorschläge, wie man die Energieversorgung hierzulande schneller auf Erneuerbare Energien umzustellen könnte.

“Wir schlagen mit unserem Aktionsprogramm eine Reihe von Maßnahmen vor, die für den Gesetzgeber schnell und einfach umzusetzen sind und dem Ausbau der Erneuerbaren deutliche Impulse auf allen Ebenen geben. Bis zum Jahr 2020 können die Erneuerbaren Energien den Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland bereits vollständig kompensieren. Wir sind jedoch einer Meinung mit weiten Teilen der Bundesregierung und der Bevölkerung, dass es sinnvoller und möglich ist, die Nutzung der folgenschweren Hochrisikotechnologie Atomkraft noch schneller zu beenden”, erklärt BEE-Präsident Dietmar Schütz.

Als erste Maßnahme auf dem Weg dorthin sei ein Erneuerbare-Energien-Ausbaubeschleunigungsgesetz notwendig – ein Artikelgesetz, das alle relevanten Regelwerke auf den Prüfstand stellt. “Nicht nur in die originären EE-Gesetze wie Erneuerbare-Energien-Gesetz oder Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz, sondern beispielsweise auch in Energiewirtschaftsgesetz, Raumordnungsgesetz, Naturschutzgesetz und Wasserhaushaltsgesetz muss das Ziel des Umstiegs auf Erneuerbare Energien aufgenommen werden”, so Schütz. Weiterlesen

04 Mrz 2011

Der elektrische Komposter für den Heimgebrauch

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Bio-Abfall trennen ist so unkompliziert, aber nicht jeder hat einen eigenen Garten. Außerdem verlangen viele Ortschaften mittlerweile sogar Kilo-Preise für das Recyceln von Biomüll, was die Menschen nicht wirklich zum ökologischen Handeln anregt. Was nun?

Nature Mill ComposterMit dem “Nature Mill Composter” könnt ihr ab sofort Euren Biomüll auch ohne eigenem Grün vor der Haustür selbst kompostieren. In den USA bereits weit verbreitet, sind die elektrischen Komposter für zu Hause nun endlich auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Der große Vorteil gegenüber den üblichen Kompostern: Mit dem “Nature Mill Composter” lässt sich viel mehr als nur pflanzlicher Abfall entsorgen! Essensreste und sogar Katzenstreu können mit dem neuen Gerät kinderleicht zu Humus verarbeitet werden. Alle 4 Stunden wird der Kompost automatisch vom “Nature Mill Composter” gewendet. Ein luftdichter Deckel sorgt zudem dafür, dass der Müll keine unangenehmen Gerüche verbreitet. Innerhalb von 2 Wochen ist der Kompost bereits fertig zu Erde verarbeitet. Der Nature Mill Composter ist in verschiedenen Größen und Modellen auf www.naturemill.com erhältlich.

13 Feb 2011

Serie über Social Entrepreneurs: co2online ist das Netzwerk für den Klimaschutz

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Social Entrepreneurs” sind die neuen Helden der globalen Zivilgesellschaft. Sie wollen mehr erreichen als nur Wachstum und Gewinn, sie wollen die Welt besser machen. Und sie engagieren sich dort, wo der Staat Hilfen kürzt oder Unternehmen keine Gewinne erwarten. In dieser Serie stelle ich einige Social Entrepreneurs aus dem Ashoka Fellowship-Programm vor.

co2onlineJohannes Hengstenberg zeigt, dass Klimaschutz nicht nur Sache von Wissenschaft, Regierung und Unternehmen ist, sondern jeder einfach dazu beitragen kann – und dabei sogar Geld spart: Sein co2online-Ratgeber und seine Heizspiegel ermöglichen es, Kosten für privaten Energieverbrauch zu senken. Seine Website berät automatisiert, aber individuell, wie energieeffiziente Elektrogeräte oder die Modernisierung des Hauses sich auch finanziell lohnen. Über das pragmatische Argument des Geldsparens holt er auch jene Bürger ab, die nicht primär ökologisch motiviert sind. Mehr als 2,5 Millionen Tonnen CO2 vermeiden die über zwei Millionen Nutzer seit Beginn der “Klima sucht Schutz”-Kampagne Mitte 2004 – jede Woche kommen 10.000 Nutzer dazu.


Autorin: Sandra Klein. Der Artikel ist aus “MUM – Markt & Medien” (Ausgabe Mai 2010). Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der ÖKO-TEST Verlag GmbH.

Hier findest Du weitere Beispiele für Social Entrepreneurs…

07 Feb 2011

Neues Buch über den Klimawandel: Climatopolis von Matthew Kahn

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Seit nun schon einigen Jahren streiten sich die Klimaforscher über das Thema Erderwärmung. Sind wirklich nur wir Menschen an dem Klimawandel schuld oder erwärmt sich die Erde nicht ohnehin alle paarhunderttausend Jahre von selbst? Erkennen wir den wirklichen Ernst der Gefahr nicht? Oder übertreiben wir doch? An diesem Punkt scheiden sich die Geister der Wissenschaft…

Climatopolis von Matthew KahnAutor Matthew Kahn glaubt, wir stecken schon mittendrin im klimatischen Wandel. Jedoch befasst er sich in seinem neuen Buch “Climatopolis: How Our Cities Will Thrive in the Hotter Future” nicht mit der Frage wie sich der Klimawandel doch noch in letzter Sekunde vermeiden oder verringern lässt, sondern setzt sich mit möglichen Lösungen auseinander, wie wir uns dem neuen Klima anpassen und das beste daraus machen können. Matthew Kahn selbst ist Professor an der UCLA und einer der weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der Umweltökonomie. Auf seinem Blog greeneconomics.blogspot.com schreibt er regelmäßig und schildert seine Sichtweise auf aktuelle umweltpolitische Themen.

In seinem neu erschienenen Buch argumentiert er, dass Städte und Regionen sich mit der Zeit dem Wandel anpassen werden und wir Menschen sogar die globalen Klimaveränderungen positiv nutzen können ohne Mutter Natur noch wütender zu machen. Wie genau sich unser Alltag ändern wird und was für Chancen uns mit der Erderwärmung bevorstehen, erfahrt ihr in Matthew Kahns (bisher leider nur auf Englisch erschienenem) Buch “Climatopolis: How Our Cities Will Thrive in the Hotter Future”.

31 Jan 2011

Wie findet man einen echten Ökostromanbieter?

4 Kommentare Nachhaltiger Konsum, Umwelt und Klima

NaturvoltStrom wird immer teurer. Regelmäßig werden die Versorgungspreise erhöht. Doch Verbraucher können sich dagegen wehren und den Stromanbieter wechseln. Außerdem bietet der Wechsel die Möglichkeit, zu einem Ökostromanbieter zu wechseln. Doch welcher Energieversorger ist der richtige und was sollte man beim Wechsel beachten?

Wie das Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST rausgefunden hat, ist Ökostrom nicht immer ökologisch. Denn die Strategie einiger Energieversorger ist es zum Beispiel, im Inland Öko-Strom zu vermarkten, der meist bei alten Wasserkraftwerken im Ausland eingekauft wird. Der ausländische Stromproduzent schließt die auftretende Angebotslücke, indem er in neue Kohle- oder Atomkraftwerke investiert. Und es gibt noch eine andere Art der Schönfärberei: Manche Stromkonzerne, die alle Arten von Energieerzeugung und maßgeschneiderte Tarife im Portfolio haben, bieten zwar der wachsenden Zahl von grünen Verbrauchern Öko-Strom an. Doch das geht auf Kosten des restlichen Energiemix, der einfach weniger Öko-Strom beinhaltet.

Tarifvergleichsportale im Internet liefern eine große Preistransparenz. Der günstigste Anbieter ist schnell gefunden, doch es ist schwer herauszufinden, welche Anbieter und Tarife tatsächlich ökologisch sind.

Das Portal Naturvolt.de hilft dort weiter. Im kostenlosen Preisrechner sind nur die Tarife von echten Ökostromanbietern zu finden. Die Anbieter kommen meist aus der Umweltbewegung heraus und bieten sehr transparent Einblick in ihre Tätigkeiten und Bezugsquellen. Demnach gewinnen diese Ökostromanbieter den Strom nachhaltig zu 100 % aus erneuerbarer Energie, sind unabhängig von den großen Konzernen und fördern durch ihre Arbeit aktiv den Ausbau der erneuerbaren Energiequellen.

Laut Naturvolt.de ist es wichtig, dass Verbraucher nicht an lange Vertragslaufzeiten gebunden sind, damit sie schnell auf Preisänderungen mit einem Anbieterwechsel reagieren können. Aus diesem Grund listet Naturvolt.de nur die Anbieter, die keine Mindestvertragslaufzeit verlangen.

07 Dez 2010

Ein Selbstversuch zum Klimaschutz in den eigenen vier Wänden

2 Kommentare Nachhaltiger Konsum, Umdenken und Mitmachen, Umwelt und Klima

Klimaschutz in den eigenen vier Wänden. Ein Selbstversuch.

Anke Stöppel schrieb im Sommersemester 2009 ihre Diplomarbeit zum Thema “Klimaschutz in den eigenen vier Wänden. Ein Selbstversuch.” Sie hatte sich die Aufgabe gestellt, möglichst viele Tipps zum Klimaschutz in den eigenen vier Wänden zusammenzustellen und diese anschließend selbst auszuprobieren. Ihre Ergebnisse sind jetzt als Buch erschienen.

Während sich die bereits vorhandene Literatur auf 11, 33 oder 50 Tipps zum Klimaschutz beschränkt, trug die Autorin über 300 Tipps zusammen. Selbstversuche dieser Art gab es bisher nur in England (Leo Hickman) und in den USA (Colin Beavan), nicht aber in Deutschland. Die Zusammenstellung von theoretischem Text und Selbstversuch ist gänzlich neu. Es folgen einige Beispiele…

Selbstversuch: Wasser sparen

Selbstversuch: Wasser sparenVor dem Duschen musste Anke Stöppel etwa 50 Sekunden lang darauf warten, dass warmes Wasser aus der Leitung kommt. Das kalte Wasser hat sie aufgefangen, um es später weiter zu verwenden. Zum Beispiel wurden damit Eier oder Kartoffeln gekocht. Nach dem Kochvorgang enthält das Wasser Mineralien und eignet sich somit als Dünger für die Pflanzen.

Selbstversuch: Wasser sparen

Die Autorin führte ständige Kontrollen durch, wann wie viel Wasser verwendet wurde. Allein durch das Führen der Strichlisten hat sich der Wasserbedarf verringert, da das schlechte Gewissen mit jedem hinzufügten Strich erneut zuschlug.

Selbstversuch: Fensterbank-Garten

Die Fensterbank wurde zum Garten. Anke Stöppel erntete zum Beispiel Tomaten, Salate, Kräuter, Paprika und Chili. Außerdem gab es Sprossen aus dem Sprossenhaus.

Selbstversuch: Ernährung

Die Autorin stellte ihre Ernährung um und ass nur noch Nahrungsmittel aus kontrolliert biologischem Anbau, die der Saison entsprachen und aus der Region kamen. Sie verzichtete fast vollständig auf Fleisch. Konservendosen und Tiefkühlkost waren gestrichen. Statt Mineralwasser gab es Leitungswasser.


Die Selbstversuche umfassten alle Bereiche des Lebens. Von der Energie über die Ressourcen, von der Ernährung bis zur Kleidung. Alle Erfahrungen sind im Buch “Klimaschutz in den eigenen vier Wänden. Ein Selbstversuch.” zu finden.

Klimaschutz in den eigenen vier Wänden. Ein Selbstversuch.
Text und Gestaltung: Anke Stöppel
Broschiert: 332 Seiten
Verlag: Books on Demand
ISBN: 978-3839182987
Preis: 29,99 Euro

06 Dez 2010

Klimaschutz-Index 2011: Deutschland weiterhin auf Platz 7

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Germanwatch und CAN Europe haben heute auf dem Klimagipfel in Cancún die sechste Auflage des jährlichen Klimaschutz-Index (KSI) vorgestellt. Der KSI 2011 vergleicht die 57 größten CO2-Emittenten auf Basis ihrer Emissionen und ihrer Klimapolitik. In diesem Jahr haben mehr als 190 Experten die Politik ihres Landes analysiert.

Klimaschutz Index 2011

“Kopenhagen brachte auf internationaler Ebene ein enttäuschendes Ergebnis. Darum sind wir positiv überrascht, dass im letzten Jahr einige Länder mit guten nationalen Initiativen reagiert haben”, so Jan Burck, Autor des Index und Referent bei Germanwatch. “Zum ersten Mal bewerteten die Experten die nationale Klimapolitik besser als die internationale. Wir müssen abwarten, ob diese nationale Dynamik hier in Cancún auf internationalem Level umgesetzt werden kann”.

In diesem Jahr liegen Brasilien, Schweden und Norwegen auf dem vierten bis zum sechsten Platz, gefolgt von Deutschland. Saudi Arabien, Kasachstan, Australien und Kanada bilden die Schlusslichter. Brasilien konnte den vierten Platz aus dem Vorjahr verteidigen. Die ersten drei Plätze blieben aber erneut frei. Diese sind reserviert für Länder, die genug Klimaschutz umsetzen, um unterhalb der globalen Erwärmung von 1,5 Grad Celsius zu bleiben. Weiterlesen