Lohas

Lohas ist ein Akronym für „Lifestyles of Health and Sustainability“ (Lebensstile für Gesundheit und Nachhaltigkeit). Es steht für Lebensstile oder Konsumententypen, die durch ihr Konsumverhalten und gezielte Produktauswahl Gesundheit und Nachhaltigkeit fördern wollen.

Häufig handelt es sich um Personen mit überdurchschnittlichem Einkommen. In den Vereinigten Staaten sollen ungefähr 30 Prozent der Verbraucher diesem Typ entsprechen, in Deutschland etwa 15 Prozent. LOHAS-Konsumenten sind beispielsweise Natur- und Outdoor-Urlauber, Kunden von Bioläden oder Biosupermärkten. Ihre Motive ähneln denen der Slow-Food-Bewegung, sie lehnen die „Geiz ist geil“-Mentalität strikt ab.

In den USA wurde das Phänomen im Jahr 2000 erstmals von dem Soziologen Paul Ray in dem Buch „The Cultural Creatives: How 50 Million Are Changing The World“ beschrieben, in Deutschland wurde es durch Eike Wenzel und durch Matthias Horx‚ Zukunftsinstitut mit der Studie „Zielgruppe Lohas“ 2007 populär.

Der Begriff LOHAS ist jedoch umstritten, da manchen Kritikern die Verknüpfung von bewusstem, oft hochwertigem Konsum mit Nachhaltigkeit zweifelhaft erscheint. Einige Vertreter der traditionellen Umweltbewegung sehen darin den Versuch, dem Konsumismus ein neues, zeitgeisttypisches Image zu geben. Andere wie der Kulturwissenschaftler Nico Stehr dagegen loben die neue Macht von „Moralisten“. Er sieht einen gut vernetzten, globalen Trend, der durch bewussten Konsum und Verzicht Druck auf die Industrie ausüben könne.

In Anlehnung an LOHAS wird der Lebensstil des Einfachen Lebens auch als LOVOS („Lifestyles of Voluntary Simplicity“) bezeichnet. Die Motive beider Lebensstile überschneiden sich, wobei LOVOS einen bewussten Konsumverzicht anstreben. In den Vereinigten Staaten existiert zudem der Begriff „Scuppie“ für „socially conscious upwardly-mobile people“.

Als eine Untergruppe der LOHAS zeichnen sich die PARKOS, also Partizipativen Konsumenten, ab. PARKOS sind LOHAS mit einer hohen Affinität zu neuen Medien und dem Web 2.0.

Quelle: Wikipedia